Samstag, 5. Dezember 2009

Tag 94 - 4. Dezember

Heute hat mich Rafael um neun abgeholt (mit einer Stunde Verspätung) und wir sind zuerst zum Postamt in Lechería gefahren um einen Brief abzuholen, den wir brauchen um das Pakerl in einer anderen Stadt abzuholen. Wir haben auch ein paar Briefmarken kaufen müssen und dann sind wir zu einem Kopiergeschäft und haben die Zettel dort kopieren lassen. Dann sind wir Richtung Cumana gefahren, aber nicht direkt dorthin. Wegen des vielen Verkehrs haben wir fast eine Stunde gebraucht bis wir bei dem Depot waren.


Dort haben wir zuerst das richtige Gebäude suchen müssen und dann auch das richtige Büro. Nachdem wir es erfolgreich gefunden haben, war die Frau, die für die Pakete verantwortlich ist, nicht da; nur ein anderer Mann der zwar in dem Büro gearbeitet hat, aber uns ignoriert hat. Wir haben dann über eine halbe Stunde im Büro gewartet und ich habe mich ein bisschen umgesehen, am Gang habe ich nämlich vorher ein paar Pakete gesehen, die nicht wirklich in einwandfreiem Zustand waren. (Ich sag nur: Die schaffen es, dass eckige Pakete zu Kugeln werden!) Wie ich die gesehen habe, habe ich nur gehofft, dass meines nicht dabei ist.




Die Frau ist dann gekommen und hat ein paar Sachen in ein Notizbuch geschrieben und Rafael hat noch zwei Zettel unterschreiben müssen. Dann sind wir zu einem abgesperrten Lager gegangen und sie hat mein Paket herausgesucht. WOW! Das ist echt groß, da ist das erste Paket ja wirklich nur ein „Packerlchen“ dagegen. Dann haben wir das Paket am Gang hingestellt und die Frau hat uns gesagt, dass wir noch eine andere Unterschrift und ein paar andere Briefmarken brauchen. Wir sind also wieder zum Auto und sind fünf Minuten zu einem anderen Gebäude gefahren und haben dort dann die Sachen abgeholt. Nachdem wir zurück im Depot waren, hat die Frau dort mein Paket aufgemacht und hat fast alles herausgeholt. Die meisten Sachen waren eingepackt, weil das meine Weihnachtsgeschenke sind. Sie hat dann gesagt, dass ich die alle aufmachen muss. Ich hab den Kopf geschüttelt und ihr versucht zu erklären, dass das meine WEIHNACHTSGESCHENKE sind und nicht irgendwelche Drogen und Waffen und dass ich sie nicht aufmachen möchte weil ja noch nicht der 24. ist. Das war ihr aber egal und sie hat ein paar Geschenke einfach aufgerissen und nachgeschaut. (Und hat eh nichts gefunden). Ich habe also ein paar meiner Weihnachtsgeschenke schon gesehen und das ärgert mich wirklich, weil jetzt ist ein Teil der Überraschung schon vorbei. Sie hat dann alles wieder ins Paket gestopft und ich habe dann aber das selber übernommen und habe meine Sachen ordentlich wieder hineingetan, weil ansonsten da noch Dinge kaputt gegangen wären.

Zum Schluss hat sie es noch zugeklebt und Rafael musste noch etwas unterschreiben. Dann haben wir das Paket zum Auto getragen und sind bis zum Sicherheitstor gefahren. Dort haben wir einen Zettel herzeigen müssen und die haben dann das Paket noch einmal aufgemacht, durchsucht und wieder zugeklebt.

Dann sind wir endlich mit dem Paket Richtung Lechería gefahren und haben am Heimweg noch ein paar Fotos gemacht. Rafael ist mit mir dann noch zu einem kleinen Fischmarkt gefahren, wo alle herumgeschrien haben und ihren Fisch loswerden wollten. Aber die haben nicht nur Fische angeboten, sondern auch Shrimps und andere Meeresbewohner. Und die Fische hat es in allen möglichen Größen gegeben, von 2cm bis hin zu Scheiben von Fischen, die einen Durchmesser von einem halben Meter haben!



 Am Boden waren häufig Lacken, von dem abgestandenen Wasser, wo die Fische vorher drinnen waren. Rafael hat mir zwar gesagt, dass ich aufpassen soll, aber irgendwie habe ich es doch geschafft mit einem Fuß in so eine Lacke zu steigen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie es dort gestunken hat, und habe das dann noch am Fuß gehabt... (und ich habe auch noch dazu Flip Flops angehabt).



 Auf dem Markt waren ganz viele Pelikane und die sind dort am Steg gesessen, wie in Venedig die Tauben!
Ganz in der Nähe waren dann noch zwei Obststände und ich habe mir einen Ananas und 6 Bananen gekauft (für weniger als 2€). Ananas kosten hier fast gar nichts, aber Äpfel sind echt teuer, und nicht einmal gut, weil die importiert sind und dann nicht mehr so frisch sind wie in Österreich im Supermarkt.



 Dann wollte ich bei Farmatodo noch ein paar Fotos entwickeln lassen, aber der Apparat dort war kaputt und der nächste funktionierende war auf der anderen Seite der Stadt und Rafael wollte dort dann nicht mehr hinfahren, deswegen hat er mich dann mit meinem Paket zuhause abgesetzt und habe angefangen es auszupacken. Da waren soooo viele Sachen drinnen: eine Hose und ein Leiberl, Milka Schokolade, ein deutsches Buch, zwei Bücher zum Spanisch lernen, jede Menge Weihnachtsgeschenke (nicht nur für mich, sondern auch eines für Chantell und für meine Gastmama), je ein Nikolaussackerl für Chantell und mich, ein paar Fineliner, ein paar Kugelschreiber von Leoben, die ich zuhause vergessen habe und die zum Verschenken gedacht sind, kleine Weihnachtsgeschenkchen für meine Freunde, zwei Adventkalender (einer für Chantell, einer für mich), eine Papiergrippe, ein Packerl Tee, zwei Packungen Kaugummis und eine Packung Lebkuchen.



 Die Weihnachtgeschenke habe ich alle schön brav im Kasten verstaut und die Papiergrippe zusammengebaut und den Adventkalender im Zimmer aufgehängt. Dann habe ich noch ein paar Fotos aufgehängt und hab mich dann langsam für die Weihnachtsfeier von Rotary hergerichtet.
 
Ich habe also mein Dirndl angezogen (war eng, aber ich passe noch hinein), mir zwei Zöpfchen gemacht und bin dann in die Küche wo meine Gastfamilie dann gestaunt hat. Das Dirndl hat ihnen total gut gefallen und wir haben ein paar Fotos gemacht. Um halb sieben hat Joe mich dann abgeholt und wir sind mit Oscar zusammen zu einem Club gefahren, in dem die Rotarier einen Saal fürs Weihnachtsessen gemietet hatten.


 
Ein paar Leute waren schon dort und haben uns begrüßt. Alle waren ganz hin und weg von meinem Dirndl und ich habe ihnen dann erklärt, dass das eine Tracht aus Österreich ist. Ich habe ihnen auch erklärt, dass wenn man die Masche beim Dirndl (von sich aus gesehen) links bindet, ist man nicht vergeben und wenn man sie rechts bindet, dann ist man vergeben.

Mit der Zeit sind dann immer mehr Leute gekommen und ich habe auch immer wieder die Maschen-Geschichte erzählen müssen, weil sie es so interessant gefunden haben.



 Im Hintergrund ist immer venezolanische Weihnachtsmusik gelaufen, ich als Europäer habe die Musik aber überhaupt nicht weihnachtlich gefunden, sondern eher wie normale Musik.

Als Vorspeise hat es dann Mozzarella, Tomaten und Brot gegeben; die zweite Vorspeise waren Tequenitos (kleine Teigtaschen mit Käse). Als Hauptspeise hat es irgendein Fleisch gegeben, das ich nicht gegessen habe, weil ich ja kein Fleisch mag (außer Hühnchen). Und etwas anderes hat es nicht gegeben. Aber das war auch okay, weil ich ja auch nicht wirklich viel Hunger hatte.

Nach der Hauptspeise hat der Kellner einen Kuchen gebracht, weil zwei von den Rotariern Geburtstag gehabt haben. Wir haben dann alle gesungen, gratuliert und ein Stück vom Kuchen bekommen.

Dann haben diejenigen, die ein Weihnachtsgeschenk mitgebracht haben, irgendwie ein Spiel gespielt und haben dann die Geschenke verteilt. Leider hat mir keiner gesagt, dass so etwas gemacht wird, sonst hätte ich ein Geschenk mitgebracht.

Nachher haben sie wieder Musik gespielt und einige haben getanzt. Leider konnte keiner von denen Wiener Walzer, und ich kann den venezolanischen Walzer auch nicht. Aber dann sind Oscar und ich von zwei Rotariern aufgefordert worden und die haben uns gezeigt wie das geht. Das war echt soooo lustig und hat mir riesigen Spaß gemacht.



 An unserem Tisch sind auch zwei ehemalige Austauschschüler gesessen; einer war in den USA und einer war in Deutschland. Ich habe also auch wiedermal ein bisschen Deutsch geredet und obwohl das Deutsch von Hernan nicht zu 100% perfekt ist (sind aber nur Gramatikfehler) war es trotzdem schön, wiedermal meine Muttersprache mit einem „richtigen“ Menschen zu reden, nicht nur immer übers Internet. Jedenfalls hat er mir über sein Austauschjahr erzählt und ich ihm von meinem hier.

Gegen drei in der Früh sind wir dann nach Hause gefahren und ich bin echt todmüde ins Bett gefallen.

Tag 93 - 3. Dezember

Heute habe ich keine Prüfungen in der Schule gehabt, was mich sehr verwundert hat, aber ehrlichgesagt war ich auch sehr froh darüber!

Am Nachmittag war ich dann wieder Spanischkurs mit Oscar und Ivar. Wir haben eine halbe Stunde auf einen Lehrer warten müssen, weil unsere Lehrerin krank ist und die Uni zu spät einen Ersatz gesucht hat. Aber nach der halben Stunde war dann eh jemand da und wir haben mit dem Kurs angefangen. Mir war die Lehrerin nicht sooo sympatisch, weil sie ein bissceh unfreundlich war und viel zu schnell geredet hat. In der Stunde habe ich noch herausgefunden, dass Ivar 6 (!) Sprachen spricht. Deutsch ist nur eine davon und das hat er in der Schule gelernt. Bis auf ein paar Grammatikfehler ist das wirklich erstaunlich perfekt und auch keinen Akzent.

Zuhause hat meiner Gastmama dann noch gesagt, dass mein Paket aus Österreich von meinen Eltern angekommen ist und dass Rafael (ihr Bruder) es morgen abholen wird. Und sie hat mich gefragt, ob ich mitfahren möchte. Ich habe gesagt, dass ich schon mitfahren würde, aber ich muss in die Schule. Sie hat dann gesagt, dass das okay geht, wenn ich morgen einmal nicht gehe. Und dann hat sie mir noch gesagt, dass wir nicht auf Margarita fliegen, weil irgendwas mit dem Flugzeug nicht stimmt oder die Piloten nicht da sind oder so. Dann haben wir noch die Einladungen für Chantells Geburtstag geschrieben und auch die kleinen Geschenksackerl für die Eingeladenen mit Süßigkeiten und Spielzeug befüllt. Chantell hat ihre ganze Klasse eingeladen und die werden dann alle (immerhin 32 Kinder) bei uns daheim sein. Aber meine Gastmama hofft, dass nicht alle kommen werden, weil wir sonst den Überblick verlieren werden. Meine Gastmama hat einen Clown und noch zwei Artisten für den Geburtstag von Chantell „bestellt“ und ich bin mir sicher, dass es lustig wird. (Nicht nur für die Kleinen, sondern auch für mich).

Freitag, 4. Dezember 2009

Tag 92 - 2. Dezember

Heute bin ich schon 3 (!) Monate hier in Venzuela. Ein viertel Jahr, 3 Monate, 92 Tage, 2208 Stunden, 132480 Minuten oder 7948800 Sekunden! Die Zeit vergeht viel zu schnell hier. Ich kann es noch immer kaum fassen, dass ich wirklich hier bin und nicht im kalten Österreich.



Heute sind in den ersten beiden Stunden die Lehrer nicht gekommen und wir sind nur herumgesessen und haben gewartet. Eigentlich hätten ein paar andere und ich Englisch Examen gehabt, aber wenn man mehr als 70% hat, dann braucht man nicht mehr den Test schreiben, sondern bekommt automatisch die Note 20 (die, die beste ist; alles unter 10 ist negativ). Und da ich sowieso die Beste bin, habe ich das nicht machen müssen. (Ich vermute aber, dass das nur in Englisch der Fall ist, und dass wir in den anderen Fächern trotzdem die Examen machen müssen.)

Gestern habe ich noch in der Zeitung gelesen, dass es heute in meinem Teil der Stadt von 9 bis 15 Uhr keinen Strom geben wird, weil irgendetwas umgebaut wird oder so.

Am Abend war ich wieder im Fitnesscenter und der Strom war noch immer nicht wieder zurück.

Tag 91 - 1. Dezember

Weihnachtszeit!!! – aber davon merkt man hier nicht wirklich etwas, nur dass man in den Häusern, in den Einkaufszentren und in der Schule weihnachtlich dekoriert. Aber kein Schnee, keine „besinnliche“ Zeit in unserem (europäischen) Sinne. Noch immer hat es 35°C und es ist „Regenzeit“, ein bisschen Regen in der Weihnachtszeit – aber kein Schnee.



Heute hatte ich Mathe Trimesterprüfung, ich habe alle Formeln auswendig gelernt, und dann hat unser Professor alle auf die Tafel geschrieben. Wie auch immer, ich habe dann alle Aufgaben gelöst und habe noch einer Freundin geholfen.

Der Heimweg von der Schule war lange heute, weil einige Straßen gesperrt waren. Über eine Stunde für eine Strecke, die man locker in 5-10 Minuten fahren könnte. Deshalb ist Ivar auch nicht zum Spanischkurs gekommen, weil die Polizei Straßen gesperrt hat. Ich weiß aber nicht warum.

Der Kurs hat mir wieder sehr viel weitergebracht und mein Spanisch wird besser und besser!

Tag 90 - 30. November



Heute habe ich die Lapso Prüfung in Castellano gehabt, da waren Texte zum Einsetzten (die ich teilweise gewusst habe), Fragen zu beantworten (ich habe es versucht, weiß aber nicht, ob man das so schreiben kann, wie ich es geschrieben habe) und dann noch ein Zeitungsartikel, der zu analysieren war (den habe ich nicht, weil ich nicht alles aus dem Artikel verstanden habe).

Dann hätte ich noch Biologie und zwei andere Fächer gehabt, aber die Professoren waren nicht da. Zuerst haben wir noch eine Stunde gewartet, weil wir uns nicht sicher waren, ob wir Unterricht haben oder nicht.

Ich habe mit inzwischen ein Handy mit Internet von einem Mitschüler ausgeborgt und habe mit einer Freundin gechattet. Die hat gestern Geburtstag gehabt und ich habe aber so getan, als wüsste ich von nichts. In Wahrheit habe ich meine Mama (in Österreich) gebeten, dass sie eine Torte macht und die dann mit einem Foto und einem Video in die Schule bringt und sie überrascht. Meine Freundin hat mir dann eine total liebe Mail geschrieben: „Vikiiiiiii, hey du schaffst es sogar, wenn du in Venezuela bist, dass du mir eine Torte „bäckst“!!! Wooowww, dankeeeee! Ich habe mich auch totalll über das Foto gefreut (das steht jetzt bei mit im Zimmer bei meinen Urlaubsfotos) und das Video habe ich mir auch gerade angeschaut. Und ich muss sagen, ich bin sprachlos (und das passiert nicht oft). Daaannnkkkeee noch mal <3“




Ich habe mich natürlich auch gefreut, dass sie sich so gefreut hat und dass ihr meine „kleine Überraschung“ aus der Ferne soooo extrem gefallen hat und sie auch so gerührt hat!

Jedenfalls hat Erica mich gestern noch für heute zum Mathe lernen „eingeladen“, mit ein paar anderen aus der Klasse auch. Wir wollten dann also gehen, aber die Security-Leute von der Schule, haben uns nicht hinausgelassen, weil wir ja eigentlich noch Unterricht hätten und wir auch sonst nicht alleine hinausdürfen. Wir haben uns also eine Erlaubnis holen müssen und sind dann zusammen 500 Meter weiter zu der Residenz gegangen wo Erica wohnt. Sie wohnt dort in einem Hochhaus, aber gleich im Parterre. Die ersten Stunden haben wir nichts gemacht, außer gelacht und Erica hat mir Fotos von ihren vielen Venezuela-Reisen gezeigt. Dann haben wir alle gegessen (Reis, Platanos, Salat, Brot und Hühnchen). Nach dem Essen haben wir dann aber endlich angefangen zu lernen, wobei ich eigentlich nur am Erklären war und die anderen versucht haben es zu verstehen (aber nicht, weil ich nicht erklären kann [ja, Mathe erklären kann ich schon auf Spanisch], sondern weil sie es einfach nicht getscheckt haben. Was aber auch (wahrscheinlich sogar) den Grund haben kann, dass der Professor nicht wirklich erklärt, sondern alles nur an die Tafel schreibt und dass die meisten sowieso nicht zuhören).

Gegen halb fünf bin ich dann von Javier abgeholt worden und nach Hause gebracht worden.
Später bin ich dann noch ins Fitnesscenter, und als ich wieder daheim war, hatten wir keinen Strom.

Tag 89 - 29. November


Heute hat mein Wecker wieder zu früh am Morgen geläutet, aber das war nicht so schlimm, weil heute einige Verwandten in Österreich bei meiner Familie zu Besuch sind und ich mit ihnen skypen soll. Ich habe also meinen Laptop hochgefahren und habe zuhause angerufen! Leider konnten wir nur ein paar wenige Minuten telefonieren, weil alle etwas zu viel und zu laut durcheinander geredet haben und ich mich nicht mehr ausgekannt habe. Hat aber nichts gemacht, weil ich glaube, dass sie sich trotzdem gefreut haben, dass sie mich einmal gehört haben (und ich war auch froh.)

Zu Mittag hat meine Gastmama Pommes, Platanos und Hühnchen gemacht, ahhh lecker :)

Dann sind wir zu einem Großhändler-Supermarkt gefahren, um einige Süßigkeiten und Spielzeuge für die Geburtstagsparty von Chantell zu kaufen. Wir haben aber auch Pistazien und Birnen für mich gekauft.








Als wir dann mit unserem viel zu vollen Wagerl zur Kassa gefahren sind, hat es irgendein Problem mit der Kundenkarte von meiner Mama gegeben.

Nach einer halben Stunde warten und diskutieren mit der Verkäuferin, hat es dann funktioniert und wir sind mit unseren Sachen zum Auto, das am Ende voll mit Süßigkeiten war.

Später ist dann Erica vorbeigekommen und ich habe ihr Mathematik erklärt. Vorher haben wir aber noch Fotos angeschaut und eine Kleinigkeit gegessen. Ich habe ihr dann die erste Hälfte vom ganzen Stoff erklärt (was ja eigentlich nicht viel ist) und sie hat alles verstanden, was ich ihr erklärt habe. Die letzte viertel Stunde hat sie mir dann noch Castellano (Spanisch) erklärt, weil wir morgen Lapso-Examen haben (=Trimesterprüfung). Dann hat ihr Papa sie aber schon abgeholt.

Meine Gastmama hat dann vorgeschlagen, dass wir in der Familie „amiga secreta“ spielen. Das ist so wie das Wichteln bei uns in Österreich, nur dass man während der Adventzeit auch noch immer wieder kleine Geschenke in der Früh auf den Küchentisch oder so legt mit einer kleinen Nachricht (z.B.: Für XX von deiner/-m geheimen FreundIn). Aber das muss nicht jeden Tag sein, sondern so alle drei bis vier Tage und dann noch ein kleines Geschenk für zu Weihnachten. Ich war natürlich einverstanden, und wir haben auch gleich ausgelost! (Ich habe Chantell gezogen, und für die Kleinigkeiten zu besorgen ist ziemlich leicht, aber ich werde mir trotzdem Mühe geben).

Dann wollten Oscar und ich ins Kino gehen, aber die Karten für den Film „2012“ waren wieder ausverkauft und dann haben wir uns wieder einen Film gekauft und haben den dann bei mir zuhause angeschaut.







So gegen elf war der Film dann auch aus und Oscar ist nach Hause und ich habe noch meine Sachen für die Schule hergerichtet.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Tag 88 - 28. November

Heute hat mein Wecker um 7 (!) in der Früh geläutet. (Klingt vielleicht nicht so früh, aber am Wochenende ist das sehhhrrr früh). Ich bin dann aber erst eine viertel Stunde später aufgestanden und habe mich fertiggemacht und auch ein bisschen gefrühstückt.


Joe hat mich dann abgeholt und dann auch Oscar und wir sind zusammen zu einer Schule in Barcelona gefahren. Dort war eine Veranstaltung von Rotary, und einige der Rotarier waren schon dort. Die haben dort mit einem Arzt (vermutlich von dem kleinem Krankenhaus, dass sie in einem anderen Teil von Barcelona haben) den Blutzuckerspiegel von einigen Leuten gemessen, vermutlich einige Eltern und Lehrer der Schule.



Oscar und ich haben die äußerst ehrenvolle Arbeit bekommen aus Watte kleine Wattebauschkugerl zu machen, die nachher in Alkohol getunkt wurden, und die dann zur Desinfektion gedient haben. Nach und nach wurden dann weniger Leute und am Schluss waren nur mehr wir und die Rotarier da. Wir haben dann noch zusammen gejausnet und Kaffe und Orangensaft getrunken. Joe hat dann aber schon nach Hause müssen, weil einer seiner Söhne irgendetwas von ihm gebraucht hat und wir sind dann von ihm nach Hause gebracht worden.



Daheim war der Rest meiner Gastfamilie schon munter und sie haben gerade gefrühstückt. Ich habe dann auch noch einmal mitgefrühstückt und bin dann mit Chantell spielen gegangen.

Am frühen Nachmittag sind wir dann zusammen in ein Restaurant gefahren, dass mehr als eine dreiviertel Stunde entfernt ist. Mein Gastpapa hat für uns alle Meeresfrüchtereis bestellt, der sehr lecker war. Chantell hat das aber nicht so geschmeckt und sie hat Fisch mit Pommes bekommen. Der hat ihr zwar auch nicht geschmeckt, aber sie hat wenigstens die Pommes gegessen. Ich habe dann noch viel mit meinen Gasteltern geredet und habe ein bisschen zu viel gestikuliert und dabei mein Glas samt Inhalt zu Boden befördert. Das Glas war natürlich kaputt und der der ganze Boden voll mit Saft und mit Splittern. Der Kellner hat dann alles aufgewischt und mir war das total peinlich, weil ich sonst immer aufgepasst habe und dieses Mal aber überhaupt nicht. (Blödes Glas, warum steht das auch dort und nicht 5 Zentimeter weiter drüben?!) Aber das war dann auch schon wieder schnell vergessen und ich habe meine Gasteltern gefragt, ob sie Andres in Österreich besuchen werden. (Weil wenn sie ihn besuchen wollen, muss ich zu einer anderen Gastfamilie, und ich will nicht wechseln.) Sie haben dann überlegt und mich gefragt, wann ich zurückfliege. Ich habe ihnen dann gesagt, dass ich wahrscheinlich am 31.Juli nach Hause fliege, weil das der letzte Tag ist an dem meine Versicherung gilt. Sie haben dann vorgeschlagen, dass wir zusammen nach Österreich fliegen und sie zuerst meine Familie besuchen und sie ein bisschen kennenlernen und sie dann nach Salzburg fahren um Andres´ Gastfamilie zu besuchen und um ihn dann abzuholen und dass sie dann alle gemeinsam zurück nach Venezuela fliegen. Ich fand die Idee total super, weil ich mir keine Gedanken um mein Übergepäck machen brauche, und weil Chantell niemals 2 Koffer mit jeweils 23kg zusammenbringt, aber ich dann alle meine Sachen auf einmal nach Österreich bekomme!

Wir sind erst so gegen sieben aus dem Restaurant gegangen und sind dann nach Hause gefahren.