Dienstag, 22. Juni 2010

Tag 283 - 11. Juni

Heute in der Früh sind meine Gastschwester und ich zum Busterminal gefahren, und wären fast zu spät gekommen, weil es so viel Verkehr gab.
Nach mehr als fünf Stunden im Bus kamen wir dann auch schon in der Hauptstadt Venezuelas an, wo uns schon Ricardo und die Tante meiner Gastschwester erwarteten. Nena würde das Wochenende bei ihrer Tante verbringen, während ich bei guten Freunden meiner Gastfamilie sein und tauchen gehen würde.
Ricardo und ich gingen Richtung Parkplatz einer Uni, aber wir warteten dann dort noch ein bisschen, sahen die WM an und fuhren dann los, um seine Frau von der Arbeit abzuholen. Fast die ganze Zeit über redeten wir übers Tauchen und wie sehr es uns beiden gefällt. Er wohnt nicht direkt in Caracas, sondern ein bisschen außerhalt auf einem Bergchen, von dem man aus die ganze Stadt überblicken kann.
Den restlichen Tag lang, zeigte er mir Fotos und Videos vom Tauchen und hatte immer eine Geschichte dazu parat. Wir richteten danach noch das Equipment für morgen her und als Abendessen gab es leckere Arepas.

Tag 282 - 10. Juni

Nachdem ich den ganzen Vormittag herumtelefoniert hatte, um das wegen Hinflug nach Los Roques zu regeln und nichts erreicht hatte. Meine Gastmama half mir dann aber und es war dann alles klar.

Tag 281 - 9. Juni

Nach dem Unikurs war ich wieder bei Elena und wir planten weiter an unserem Trip nach Los Roques mit ihrer Familie aus Italien. Natürlich funktionierte nichts so wie wir es geplant hatten.

Tag 280 - 8. Juni

Nach dem Misslungenen Sachertortenback-Versuch haben meine Gastschwestern und ich heute einen anderen Kuchen gebacken, der wirklich lecker war. Am Abend haben wir noch selbst Tequeños gemacht und zusammen einen Film angesehen.

Tag 279 - 7. Juni

Heute hatte ich wieder meinen Kurs auf der Universität, es lief sehr gut und mir bleiben auch nur mehr wenige Stunden bis zum Abschlusstest.
Zu Hause machte ich mit Nena eine Sachertorte, besser gesagt, versuchten wir es, denn das Ergebnis war keine Sachertorte. Ich weiß nicht, was schief gelaufen ist, aber die „Torte“ war mehr misslungen, als gelungen.

Tag 278 - 6. Juni

Fast bis zum Wasservergnügungspark

Heute wollten wir eigentlich zu einem Wasservergnügungspark in Barcelona fahren, aber das Auto hat auf halben Weg aufgegeben und so mussten wir warten, bis uns jemand half. Anscheinend war der Motor zu überhitzt und nach einer Pause fuhren wir weiter-jedoch nach Hause, wo wir alle total verschwitzt ankamen und uns in den Pool warfen.

Tag 277 - 5. Juni

Rotary Vorbereitungstreffen für die zukünftigen Austauschschüler

Heute am Vormittag fuhren wir, mein Gastpapa, Nena und ich, nach Barcelona zum Rotaryclub, wo ein Vorbereitungstreffen der zukünftigen Austauschschüler stattfand. Wir kamen ein bisschen zu spät, aber das machte nichts, weil wir nicht die einzigen waren.
Carlos und seine Frau waren extra aus Caracas angereist für das Treffen. (Er hatte mich an meinem ersten Tag hier in Caracas am Flughafen abgeholt, und mir mit den Koffern geholfen). Auch Joe und seine Frau waren hier. Es waren ungefähr 15 Jugendliche mit ihren Eltern hier, die gespannt zuhörten. Zuerst mussten sich die zukünftigen Austauschschüler sich und ihre Eltern vorstellen und auch sagen in welchem Land sie ein Jahr verbringen würden. Einer würde sogar nach Österreich gehen, die andern nach Frankreich, Belgien, Deutschland, USA und Brasilien. Ich sollte mich dann auch vorstellen und beglückwünschte sie zu ihrer Entscheidung ins Ausland zu gehen, weil es eine unvergleichbare Erfahrung ist, die ihnen danach niemand mehr nehmen kann.
Joe erklärte danach noch die Regeln und Vorschriften von Rotary, welche Art von Blazer sie kaufen sollten, welche Pins sie besorgen und selbst machen sollten. Während der ganzen Blazergeschichte stand ich und führte meinen vor, der schon wirklich voll mit Pins und Buttons war. Ich hatte mir auch in den letzten Tagen einen Supermann-Umhang mit den Farben der venezolanischen Fahne genäht, den ich auch trug. Joe meinte er hätte sowas noch nie zuvor gesehen, ich auch nicht, aber darum geht es ja, dass der Blazer einzigartig ist 
Nachdem das offizielle vorbei war, bestürmten mich gleich alle und fragten mich alle möglichen und unmöglichen Sachen. Ich gab jedem eine meiner Visitenkarten, wo auch meine Mailadresse und meine Handynummer darauf ist und sagte ihnen, dass wenn sie sonst noch irgendetwas brauchen (eine Übersetzung ins Englische oder Deutsche), dass sie sich einfach melden sollten und ich würde ihnen helfen.
Wir waren die letzten die gingen, weil ich noch vorher mit Carlos redete und ihn fragte, ob er mir nicht am 27.Juli mit meinem Gepäck helfen könnte, wenn ich dann nach Hause fliege. Er würde mir helfen und so konnten wir dann nach Hause fahren.


Wir hatten am Heimweg nichts gegessen, weil meine Gastmama kochen wollte, aber als wir zuhause waren, hatten wir kein Wasser und konnten nichts kochen. Aber nach kurzer Zeit gab es dann doch einen Happen zu Essen.

Tag 276 - 4. Juni

Tesis Nena

Heute war die Abschlussprüfung meiner großen Gastschwestern in der Schule. Sie war die ganze Woche über schon total nervös gewesen und hat sich darauf vorbereitet. Hier die Abschlussprüfungen bestehen aus einer schriftlichen Arbeit, die man dann am Ende des Schuljahres vor einem Komitee vorstellt (heute). Meine Gastschwester möchte Ernährungswissenschaften studieren und hat auch schon einen fixen Platz auf der Uni in Merida.
Als sie zu Mittag heimkam, strahlte sie übers ganze Gesicht, denn sie hatte 20 Punkte bekommen (das bestmöglichste).
Später nähte ich noch ein paar Sachen für meinen Rotaryblazer und spielte mit meinen Gastschwestern Monopoly.

Tag 275 - 3. Juni

Heute schrieb ich einen Text für den Jahresbericht meiner Schule in Österreich. Hier vorab für euch:



Das war mein Austauschjahr in Venezuela


Wie schon im letzten Jahresbericht erwähnt, verbrachte ich dieses Schuljahr im Fernen Südamerika, in Venezuela. Ein Land voller Gegensätze und einer lateinamerikanisch Mentalität sondergleichen!
Auch wenn manche sich denken, dass es in Venezuela nicht einmal Strom noch Internet gibt, muss ich euch sagen: Hier gibt es so manches mehr als bei uns!
Am Anfang war es doch ein wenig schwer sich anzupassen, in dieser unserer doch sehr verschiedenen Kultur. Nicht nur diese, sondern auch die Sprache bereiteten mir zunächst kleine Hindernisse, die ich aber sehr gut meisterte. Mittlerweile spreche ich fließend Spanisch und habe mich den Venezolanern angepasst. Das einzige was mich nun mehr von ihnen unterscheidet ist meine äußerliche Erscheinung, da es in Venezuela kaum hellhäutige und blauäugige Menschen gibt.
Die Mentalität der Venezolaner ist eine fröhliche, immer gut gelaunte und hilfsbereite!
Während meines Austausches ging ich auf eine private Schule mit einer eher unschönen Uniform und einigen Klassenräumen ohne Klimaanlage, was bei 35°C täglich fast unerträglich ist.
In meiner Freizeit entdeckte ich das Tauchen für mich. Ich bestand den internationalen Tauchschein und verbrachte viel Zeit unter Wasser, um die unglaubliche Flora und Fauna zu bewundern. Ich sah nicht nur wunderschöne Riffe, sondern auch Schildkröten, Moränen und unzählige Fische in verschiedensten Formen und Farben. Das karibische Meer ist dafür echt geschaffen! Jedes Mal wenn ich untertauche, tauche ich ein in eine andere Welt und trenne mich nur sehr schwer von ihr.
Im Mai ging es dann einen Monat mit den anderen Austauschschülern aus der ganzen Welt auf Tour quer durch Venezuela. Wir besuchten die Medanos de Coro (die Wüste Venezuelas), die wunderschöne Inselgruppe Los Roques, die einem Paradies gleicht, den Regenwald, den Nationalpark Canaima, in dem Jurassic Park und andere Dinosaurierfilme gedreht wurden, echte Ureinwohner, die uns Vogelspinnen in freier Natur zeigten usw. Im Amazonas sahen wir vier Meter lange Krokodile, Kaimane, Wasserschweine und eine Anakonda, die ich sogar auf den Schultern hatte, um ein Fotos zu machen. Dieser Monat war ein unvergesslicher und einer der Besten des Jahres!
Ich lebte mit zwei venezolanischen Familien zusammen und  es war einfach eine unglaubliche Zeit mit ihnen. Meine Gastschwester wird im nächsten Jahr in Belgien sein und ist schon gleich aufgeregt, wie ich vor einem Jahr war!
Neben unzähligen Freunden werde ich auch das venezolanische Essen sehr vermissen, da man die meisten Zutaten nicht bei uns kaufen kann.
Venezuela ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden, auch wenn es schwer vorstellbar ist, es ist und bleibt ein einzigartiges Land, das ich mit ihren Einwohnern so sehr ins Herz geschlossen habe!
Und eines was man in Venezuela wirklich lernt:
VIVA LA VIDA

Tag 274 - 2. Juni

Am Nachmittag fuhren Nena und ich mit einem Taxi ins Zentrum von Puerto La Cruz um Stoff und einige Knöpfe zu kaufen. Da ich in einer Stunde schon meinen Spanischkurs hatten, blieben wir aber nicht lange und fuhren zurück. Ein Bekannter meiner Gastmama brachte mich dann zur Universität in Lechería, aber wir kamen in den Stau und ich verspätete mich um 15 Minuten.

Tag 273 - 1. Juni

Den ganzen Vormittag über habe ich meinen Rotaryblazer mit neuen Pins und Aufnähern verziert, bis zu Mittag alle nach Hause gekommen sind und wir zusammen gegessen haben.
Später haben wir noch Monopoly gespielt und meine Gastschwester und ich sind mit meinem Gastpapa mit ins Büro gefahren, um ein paar Sachen auszudrucken. Wir wollten danach noch ein paar Sachen einkaufen gehen, aber es regnete sehr stark und so fuhren wir wieder nach Hause.

Tag 272 - 31. Mai

Am frühen Nachmittag brachte mich ein Freund meiner Gastmama nach Lechería zu Elenas Residenz. Da war auch Sara, eine andere Italienerin, die sonst auf der Isla de Margarita lebt, aber da ihre Austauschorganisation eine Reise in die Anden und nach Merida geplant hatte, die hier beginnen würde, schlief sie ein paar Nächte bei Elena.
Wir plauderten ein wenig, aber dann musste ich schon zur Universität zu meinem Spanischkurs. Ich hatte wieder eine neue Professorin, was ich überhaupt nicht einsehe, aber ich kann es sowieso nicht ändern. Nach dem Kurs ging ich wieder zu Elena, aber sie war nicht zuhause. Ihre Gastmama meinte sie sei bei Traki, und deswegen machte ich mich auf den Weg dorthin. Ich fand sie zum Glück schnell und danach gingen wir zusammen zurück ins Apartment.
Erst später holte mich Joe dann ab und wir fuhren nach Barcelona zum Rotaryclubhaus. Am Weg dorthin gerieten wir in einen immensen Stau, weil die Ampeln ausgefallen waren und jeder so fuhr wie er eben wollte. Alle Autos standen inmitten einer Kreuzung und nichts ging voran. Erst nach mehr als einer halben Stunde kamen wir weiter (auf einer Strecke von nicht einmal 100m).
Bei dem Meeting dann war auch meine Gastschwester dabei, weil sie jetzt gleich wie ich alle zwei Wochen teilnehmen muss, weil sie ein zukünftiger Austauschschüler ist. Das Treffen war recht langweilig, aber mit Nena war es doch ein bisschen unterhaltsamer als sonst immer.

Tag 271 - 30. Mai

Heute fuhren wir zusammen ein paar Freunde meines Gastpapas besuchen, die in Lechería wohnen. (Meine Gasteltern haben sie spät am Vormittag angerufen und gefragt ob wir heute zum Grillen kommen können. Es war kein Problem, aber das ist typisch venezolanisch, dass man sich selbst einladet und es auch echt spät bekannt gibt).
Kurz davor hielten wir noch bei der Tauchschule an und ich holte Annas Tauchschein und auch meinen (den advanced!!).
Danach ging es auch schon weiter zum Haus der Freunde. Sie sind Spanier und das merkt man auch an ihrem Akzent. Meine Gastschwestern und ich gingen zuerst zum Strand, der ganz in der Nähe war und kamen erst dann zum Essen. Wir grillten doch nicht, weil der Grillofen etwas hatte.
Wir unterhielten uns relativ gut und ich muss echt sagen, dass die Venezolaner normalerweise schon viele Schimpfwörter benutzen, aber diese Spanier benutzten nur Schimpfwörter und dazwischen ein paar normale Wörter (sozusagen als Füllwörter).
Nach dem Essen fuhren wir aber doch bald nach Hause, weil es zu regnen anfing, und wir nicht in den von Wasser überfluteten Straßen fahren wollten (weil es ja kein Abflusssystem gibt).

Tag 270 - 29. Mai

Filme ausborgen

Heute passierte eigentlich nicht viel, Nena und ich borgten uns ein paar Filme aus und dann rief ich eine Freundin in Argentinien an, die in ein paar Tagen zurück nach Österreich fliegen wird, weil sie sich in der Universität einschreiben muss.

Tag 269 - 28. Mai

Nur mehr 60 Tage

Heute bleiben mir nur mehr 60 Tage hier im wunderschönen Venezuela, ich werde das alles hier vermissen, aber mich trotzdem auf euch alle in Österreich freuen.

Tag 268 - 27. Mai

Ich verbrachte heute größtenteils im Bett, weil ich so Kopfweh und einen ordentlichen Schnupfen hatte.
Meine Gastschwester musste am Nachmittag noch ein paar Sachen für die Schule besorgen und holte mir auch die Fotos von dem kleinen Shop ab. Sie waren besser als die letzten, aber trotzdem nicht wirklich umwerfend.

Tag 267 - 26. Mai

Heute in der Volksschule war nicht viel los und ich muss zugeben, dass ich mich die meiste Zeit gelangweilt habe. Zu Mittag holte uns meine Gastmama ab, weil es extrem stark regnete. Wir blieben noch schnell bei dem Fotogeschäft stehen, aber leider war es geschlossen und so konnte ich meine Fotos nicht abholen.
Am Nachmittag ging ich mit meiner kleinen Gastschwester eine Runde durch Guanta spazieren, um die Fotos abzuholen, die nicht fertig waren, weil mit der Maschine was nicht stimmte, und um ein paar Weckerl zu kaufen.
Den restlichen Tagvertrieben wir uns wieder die Zeit mit Monopoly und ein paar andere Kartenspiele.

Tag 266 - 25. Mai

Öffentlicher Bus und Traki mit Ele und Nena

Heute in der Schule ließ mich die andere Lehrerin für zwei ganze Stunden mit den 6-jährigen Kindern alleine, weil sie wegmusste. Klarerweise benahmen sie sich wie sich eben Kinder dieses Alters benehmen, unmöglich... Nur zwei oder drei malten in Ruhe, während der Rest herumlief, herumschrie und Spielzeug durch die Gegend warf. (Hier ist die Volksschule mehr Kindergarten, als Schule, aber sie lernen trotzdem lesen und schreiben). Ich konnte überhaupt nicht durchgreifen, keines der Kinder hörte auf mich und so gab ich auf, und jedes Mal wenn es zu überlaut wurde, versuchte ich ihnen zu erklären, dass es noch andere Klassen gibt, die Unterricht hätten, aber das war ihnen herzlichst egal.
Später kam die Lehrerin dann zum Glück und schaffte wieder Ordnung und ruhige Kinderlein.
Zu Mittag holte mich meine Gastschwester ab und wir gingen nach Hause. Dort warteten wir auch Nena und es gab dann leckeren Fisch und Arepas.
Ein bisschen später gingen Nena und ich zuerst zum kleinen Einkaufszentrum ganz in der Nähe, um die Fotos der Unterwasserkamera entwickeln zu lassen. Danach suchten wir uns einen Bus und fuhren damit bis nach Lechería zu Traki (ein Geschäft, wo man fast alles kaufen kann). Dort trafen wir uns mit Elena und wir beide freuten uns so extrem uns wiederzusehen!
Eigentlich wollen wir ein paar Sachen kaufen, auf denen irgendwie Venezuela stand, aber leider gab es keine Tassen mehr und die T-Shirts waren einfach hässlich. Aber dann entdeckten wir die gefälschten Fußballtrikots der venezolanischen Mannschaft, die mein Gastpapa mit nach Argentinien nehmen würde. (Er fliegt dort morgen hin wegen der Arbeit und wird auch ein paar alte Freunde wiedersehen).
Danach verabschiedeten wir uns wieder von Elena und fuhren mit dem Taxi nach Hause. Dort war schon mein Gastpapa und der Rest der Familie und wollten eigentlich zu Abendessen. Aber ich schlug vor heute für sie zu kochen: Kaiserschmarren. Es war gelang mir richtig gut und es gab auch Pfirsiche und Staubzucker (!) dazu. Den anderen schmeckte es auch so gut wie mir und ich werde es auf alle Fälle wieder machen.

Tag 265 - 24. Mai

Erster Schultag als Lehrerin

Heute Morgen ging ich in die Schule, aber musste nicht die hässlich Uniform anziehen, weil heute mein erster Tag als Lehrerin auf der Grundschule meiner kleineren Gastschwester Victoria war.
Als wir in der wirklich nahe gelegenen Schule ankamen, empfing mich die Lehrerin schon, der ich in nächster Zeit helfen würde. Sie unterrichtete eine Klasse mit Kindern im Alter von 6 Jahren. Gleich zu Beginn frühstückten wir alle zusammen, danach musste jeder Kind uns seine Aufgab zeigen und etwas vorlesen, danach war schon die Tanzstunde im Freien, dann gab es noch Zeit zum Spielen und eine halbe Stunde zum Schlafen. (Ich konnte aber nicht schlafen, sondern musste schauen, damit wir unsere kleinen Sprösslinge danach wieder wachbekamen.)
Zu Mittag ging ich zusammen mit Victoria zu Fuß nach Hause, wobei wir aber wirklich nur 5 Minuten unterwegs waren.
Am Nachmittag wollten wir eigentlich nach Lechería zu einem Geschäft fahren, aber es schüttete wie aus Eimern, und wir hätten es nicht einmal trocken zum Auto geschafft. Wir blieben deswegen in der Wohnung und spielten eine Partie Monopoly nach der anderen.
Später fuhren meine Gastmama, meine Gastschwestern und ich nach Puerto la Cruz ins Kino und sahen uns einen extrem lustigen Film an (und schon wieder weiß ich nicht, wie er auf Deutsch heißt). Danach kauften wir uns noch ein paar Tequeños und mein Gastpapa holte uns ab. Zuhause gab es dann kein Wasser, und da keiner abwaschen wollte, gab es das Abendessen auf Plastiktellern.

Tag 264 - 23. Mai

Monopoly

Nachdem wir lecker und zusammen gefrühstückt hatten, spielten wir immer und immer wieder Monopoly und es war einfach nur schön! Meine Gastmama gewann einmal haushoch und keiner wollte dann mit ihr mehr spielen.

Tag 263 - 22. Mai

Isla de Plata und Monopoly

Heute gleich in der Früh sind meine Gastschwestern, eine Freundin und ich von meiner Gastmama zum Hafen gefahren, von wo aus kleine Taxiboote zu den Inseln und Stränden in der Umgebung fahren. Dort kauften wir Tickets und setzten uns gleich in einer der Boote. Wir mussten aber ein bisschen warten, weil wir die einzigen waren, die zur „Isla de Plata“ wollten. Nach einiger Zeit kam noch eine Frau, aber zum Glück fuhren wir dann los. Die Insel war ziemlich nahe, wir fuhren nicht einmal fünf Minuten bis dorthin.
Auf der Insel mieteten wir einen kleinen Sonnenschirm und machten es uns gemütlich. Wir hatten auch genug zu Essen und Trinken mitgebracht, damit wir es am Strand nicht teurer kaufen mussten.
Meine kleinere Gastschwester Maria Victoria und ich gingen eine Runde schnorcheln, aber schon nach kurzer Zeit jagte uns das kalte Wasser wieder hinaus. Leider füllte sich der Strand ziemlich schnell, aber trotzdem war es nicht zu überfüllt, wie z.B. an Ostern. Ich verknipste noch die zwei verbleibenden Fotos der Einwegunterwasserkamera, die Frida und ich uns zusammen auf Los Roques gekauft hatten.
Wir kauften uns noch eine spezielle Süßigkeit, so eine Art frittierte Teilflade mit Zucker, ehe wir unsere Sandwiches aßen. Meine jüngere Gastschwester war total beschäftigt damit kleine Fische zu fangen, die sie dann zuhause kochen und essen wollte.
Als es dann aber zu überfüllt wurde, beschlossen wir zurückzufahren, weil es schon früher Nachmittag war und wir nicht den ganzen Tag über bleiben wollten.
Mit dem Boot fuhren wir zurück zum Festland und dort mit einem Taxi weiter zum Apartment. Leider gab es kein fließendes Wasser und so mussten wir und mit einem Kübel Wasser duschen. Zum Glück drehten sie ein wenig später es wieder auf und wir konnten das restliche Salzwasser abwaschen.
Am Nachmittag fuhren mein Gastpapa, Nena und ich zum Supermarkt und kauften was wir brauchten, da es aber in Guanta keinen großen Supermarkt gibt, mussten wir eine halbe Stunde nach Puerto La Cruz fahren.
Am Abend spielten wir alle zusammen Monopoly, und meine Gastmama gewann haushoch! Leider hatten wir dann zwei Mal einen Stromausfall, und da die Klimaanlage in den Zimmern nicht funktionierte, schliefen wir alle im kühlsten Raum, im Wohnzimmer.

Tag 262 - 21. Mai

Centro und Paseo Colon

Am Vormittag war ich alleine zuhause, weil meine Gastschwestern in der Schule waren und meine Gasteltern bei der Arbeit. Als ich in die Küche ging, fand ich einen großen Zettel von meiner Gastmama Dina, auf dem sie mir einen Guten Morgen wünschte und mir erklärte wo ich was zu finden hätte.
Zu Mittag kamen alle nach Hause und Nena brachte noch eine ihrer besten Freundinnen aus der Schule mit. Wir spielten Monopoly, hörten Musik und unterhielten uns.
Später gingen wir noch zum Geschäft meiner Gastmama, das ganz in der Nähe war. Von dort aus fuhren wir in einem Taxi ins Zentrum von Puerto La Cruz, das auch ein bisschen gefährlich sein kann, wenn man alleine unterwegs ist. Wir kauften ein bisschen Stoff, weil meine Gastschwester mir eine Tasche machen wollte und auch für eine kurze Hose. Nena liebt es zu nähen und hat auch schon mehrere Hosen, Blusen und eben Taschen genäht.
Wir schlenderten ein bisschen durch die Straßen und kauften uns noch Churros, das sind dünne Teigstreifen mit Zucker. (Auch etwas Typisches von hier).
Am Paseo Colon, eine Promenade am Meer, wird immer selbstgemachter Schmuck verkauft. Dort setzten wir uns auf die Steinmauer und aßen genüsslich unsere Churros.
Ein wenig später holte uns meine Gastmama ab und brachte uns nach Hause.

Tag 261 - 20. Mai

Heute Vormittag wurde ich also von meiner neuen Gastmama Dina abgeholt. Nachdem wir alles ins Auto gepackt hatten, ging es auch schon los nach Guanta. Das ist eine gute halbe Stunde von meiner alten Gastfamilie weg. Leider war wirklich viel los auf den Straßen und brauchten wir fast das Doppelte. Wir stoppten kurz bei der Schule meiner gleichaltrigen Gastschwester Maria Teresa, die aber alle Nena nennen. Wir freuten uns beide riesig, dass wir uns endlich persönlich kennenlernten. Gleich danach fuhren wir noch zu meiner anderen Gastschwester, die 11 Jahre alt ist, in der Schule. Ich werde da ja in Zukunft auch sein, zwar nicht als Schüler, sondern als Lehrer. Ich werde den anderen Lehrern ein bisschen unter die Arme greifen und den Englischunterricht gestalten. In der Schule empfingen mich alle freundlich und ich freue mich schon hier zu sein.
Meine Gastmama zeigte mir noch ein bisschen die Umgebung, bevor wir zum Apartment fuhren. Als wir meine Koffer im Aufzug hatten, blieb ich drinnen stehen und fuhr in den ersten Stock. Dann aber öffneten sich die Türen aber nur einen Spalt und nicht weiter. Zuerst versuchten wir sie so aufzubekommen, aber es klappte nicht. Daraufhin rief meine Gastmama einen Freund, der dann kam und sie wieder aufmachte und mich befreite. In der Wohnung stellte ich zuerst mal alle Sachen in das Zimmer, das ich mir mit meiner Gastschwester teilen werde. Meine Gastmama zeigte mir kurz die Wohnung und wo ich was finden würde.
Zu Mittag kamen meine Gastgeschwister und mein Gastpapa nach Hause und wir aßen gemeinsam. Wir redeten die ganze Zeit miteinander und es war einfach herrlich zusammen zu essen, was ich ja seit fast einem halben Jahr nicht mehr getan habe. Sie erzählten mir von Freunden, die sie in der nächsten Zeit besuchen wollten und sie mich auch mitnehmen würden, wenn ich wollte. Ich war total begeistert von der Idee und freute mich schon auf die gemeinsame Zeit.
Später packte ich meine Sachen aus, und gab ihnen meine Gastgeschenke. Ein Bild von Hinterberg, meinem Dorf in Österreich, das ein Freund gemalt hatte und eine Patchwork-Tischdecke, die meine Mama gemacht hatte. Sie haben sich total darüber gefreut und nachdem der Tisch wieder sauber war, legten sie die Decke darüber.
Am Nachmittag wollten meine Gastschwester Nena und ich noch ins Kino gehen, aber da es so stark regnete ging das leider nicht, weil in den Straßen immer das Wasser steht und man nicht gehen kann.
Wir blieben stattdessen zuhause, Nena nähte an einer Bluse und ich las ein wenig, ehe ich einschlief. Ich verschlief den ganzen restlichen Nachmittag, weil ich in den vorherigen Nächten so gut wie nicht geschlafen hatte. Mit meinen Gastschwestern und meiner Gastmama sahen wir noch fern, während ich zu Abend aß. Danach gingen wir alle zu Bett und ich redete noch bis spät in die Nacht mit Nena.

Tag 260 - 19. Mai

Schulfotos

Heute in der Schule haben sie die Fotos von den Abschlussklassen und Einzelfotos gemacht. Bei den letzteren mussten wir eine dunkelblaue Robe anziehen, eine Kappe aufsetzen und bekamen eine Medaille umgehängt. Es war ganz lustig, denn wir hatten auch alle unsere Kameras mit, damit wir nicht die viel zu überteuerten Fotos vom Fotografen kaufen müssen.


Bei den Klassenfotos war es ziemlich durcheinander! Jeder wollte vorne bzw. in der Mitte sein, aber das ging natürlich nicht. Aber das war noch gar nichts gegen den Haufen der nachher bei dem Foto entstand: 200 Schüler auf einem Fleck und die meisten so klein, dass sie nicht über einander hinwegsehen konnten. Es war zusätzlich noch total heiß und jeder schwitze was das Zeug hielt.
Als ich dann heimkam, packte ich weiter meine Koffer und musste, wie schon befürchtet, feststellen, dass ich zu viele Sachen in den 8 Monaten hier angehäuft hatte. Irgendwie ging es sich aber doch aus, und noch mit ein paar zusätzlichen Taschen wartete ich darauf abgeholt zu werden.
Meine neue Gastmama schrieb mir dann aber eine Nachricht, dass sie mich nicht abholen werden kann, weil jemand mit dem Auto unterwegs ist und es extrem regnet. Sie wird mich stattdessen morgen gegen 9 am Vormittag abholen.

Tag 259 - 18. Mai

Heute in der Schule rief mich meine zukünftige Gastschwester Maria Teresa an und sagte, dass sie mich heute um 12 zu Mittag bei mir abholen werden. Ich freute mich zwar riesig, musste ihr aber gestehen, dass ich noch keinen einzigen Koffer gepackt hatte, weil ich zuerst auf das „Ja“ der Gastfamilie haben wollte, das sie mich abholen würden. Es war aber überhaupt kein Problem, und sie werden mich dafür morgen am Nachmittag holen würden.
Zuhause dann, fing ich an meine sieben Zwetschgen zusammenzupacken, was sich aber als nicht sehr einfach herausstellte. Ich suchte zuerst mal im ganzen Hause meine Sachen zusammen und entleerte dann meinen Kleiderschrank in den Koffer.


Am Abend rief mich meine neue Gastmama an, weil sie ein paar Sachen mit mir zu besprechen hatte. Da sie wirklich am anderen Ende von allem wohnen, nämlich in Guanta (ungefähr eine Stunde von meinem Noch-Zuhause entfernt, aber auch nur weil immer so viel Verkehr ist), können sie mich nicht mehr zu meiner jetzigen Schule bringen. Ich erklärte ihr, dass ich sowieso nur mehr bis Mitte Juni Unterricht hätte, aber in den Juni-Wochen wären die ganzen Examen und die muss ich eh nicht mitschreiben. Deswegen blieben mir noch zwei Wochen so in der Schule, in denen wir nichts mehr machen werden. Sie wollte mich zuerst in der Schule meiner gleichaltrigen Gastschwester einschreiben, aber das ging nicht, weil die Schule während des Jahres keine neuen Schüler aufnimmt. Und meine kleine Gastschwester geht noch auf die Volksschule, wo ich auch nicht als Schüler hingehen kann. Aber sie hat mit den Lehrern dort gesprochen, und wenn ich möchte, kann ich dort als „Hilfs“-Lehrer und Englischlehrer mithelfen. Ich war total begeistert von der Idee, weil ich so auch ein bisschen was anderen sehen und erleben würde.

Tag 258 - 17. Mai

In der Schule wollten heute alle von mir wissen, wie es denn bei meiner großen Venezuela Rundreise war. Ich erzählte ihnen alles und schwärmte einfach nur von Los Roques, der Gran Sabana und dem Amazonas! Viele von ihnen kennen das meiste nur von Fotos und aus Erzählungen.
Am Abend als meine Gastmama nach Hause kam, erzählte ich ihr, dass es eine andere Familie gibt, die mich gerne kennenlernen möchte und da die Regeln von Rotary sagen, dass man normalerweise alle 3 Monate die Gastfamilie wechseln muss, ich auch wechseln werde. Sie sagte es wäre okay so und dass sie mir Glück mit der neuen Familie wünscht.

Tag 257 - 16. Mai

Heute war ich bei Elena und wir haben uns beide wirklich gefreut einander wieder zu sehen. Ich zeigte ihr die Fotos der Reise und sie mir ihre von ihrer Reise nach Miami und Orlando.

Tag 256 - 15. Mai - Heimfahrt nach Puerto La Cruz

Heimfahrt nach Puerto La Cruz

Gleich am Morgen habe ich mich von Katha und ihrer Gastmama verabschiedet, denn der Shuttlebus zum Flughafen stand zeitlich vor der Tür. Nach einer langen Stunde Fahrt und jede Menge Stau kam ich am Flughafen Santo Domingo an, wo ich sogleich eincheckte und mich dann in die Wartehalle setzte. Der Flieger hatte eine Stunde Verspätung, und nach einer weiteren war ich schon in Caracas gelandet.


Da ich meinen Anschlussflug erst am Abend hatte und mit einer anderen Fluglinie, deswegen musste ich noch einmal auschecken und dann wieder einchecken. Ich verbrachte also mehrere Stunden am Flughafen und die Zeit wollte einfach nicht vergehen. Ich wollte dann noch Milka Schokolade für meine neue Gastfamilie kaufen, aber es gab nur in einem einzigen Geschäft mehr eine Packung und die kostete 20€ (aber es waren nur Milkanaps und nichts besonderes..) Das war mir dann doch zu teuer und beschloss einfach das nächste Mal auf Margarita welche zu kaufen.
Endlich in Barcelona angekommen, holte mich mein Gastonkel Rafael ab und brachte mich nach Hause. Ich war noch bis morgen Abend alleine, weil meine Gastfamilie auf der Insel Margarita war.

Montag, 21. Juni 2010

Tag 255 - 14. Mai - San Cristobal

San Cristobal

Den Vormittag über verschlief ich fast, aber ich wurde von einer Nachricht meiner neuen Gastmama geweckt, was mich in keiner Weise störte. Sie erkundigte sich nur, wie es mir geht und wollte sich vorstellen. Ich habe mich total gefreut, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte.
Den Vormittag über redete ich mit Katha und erzählte ihr von der Reise und sie mir von der Zeit in San Cristobal.
Später buchten wir noch einen Flug für mich und danach fuhren wir in eine Clubanlage, wo schon die anderen Austauschschüler waren. Ein paar sprangen in den Pool, andere aßen ein Eis und alle zusammen hatten wir eine tolle Zeit.
Am Abend holte Kathas Gastmama uns ab und nahm uns mit auf einen Kaffe. Ihre Gastmama ist total freundlich und ich habe mich echt gut mir ihr verstanden!
Später trafen wir Austauschschüler bei einem Freund zuhause und feierten noch ein bisschen!

Tag 254 - 13. Mai - Hato El Cedral – Heimfahrt nach San Cristobal

Hato El Cedral – Heimfahrt nach San Cristobal


Nach einem kleinen Frühstück packten wir die Koffer in den Bus und fuhren noch einmal mit demselben Transporter wie gestern los. Wir fuhren weiter als gestern und auch in eine völlig andere Richtung. Nach einiger Zeit blieben wir stehen und der Biologe stieg aus, zog seine Stiefel aus, ging von der Straße hinunter zum Ufer und wartete ab. Wir wussten nicht was er tat, aber er machte auf einmal einen Satz und hatte danach einen 1m langen Kaiman in der Hand, mit dem er zu uns heraufkam.


Wir alle wollten natürlich Fotos machen und nach der Reihe durften wir ihn am Ende packen, während der Biologe ihm den Mund zuhielt. Ein wenig später fuhren wir weiter vorbei an Wasserschweinen, Rehen, Vöglen usw.




Als wir wieder stoppten und alle ausstiegen, waren wir bei einem Fluss, der größer war als alle anderen Flüsse in der Gegend. Der Mann erzählte uns, dass es im Moment nicht viele Piranhas gibt, und diese zu fischen, wäre pure Zeitverschwendung, das hatten wir ja eigentlich geplant. Aber er hatte ein paar von den Fischen doch mit viel Glück gefangen und wir konnten sie uns näher ansehen. Sie hatten für ihre Körpergröße erstaunlich große und spitze Zähne. Wenn es gerade die Saison gewesen wäre und man mit einer kleinen offenen Wunde ins Wasser gehen würde, würde man keine 10 Minuten überleben, weil einen die Piranhas finden würden und zur Hauptspeise machen würden.


Wir gingen durch ein kleines Wäldchen zur anderen Seite des Flusses, wo zwei Boote lagen. Wir fuhren mit diesen nicht los, sondern der Mann nützte es als Steg, um die Krokodile herbeizurufen. Er machte ein paar komische Geräusche, klopfte aufs Boot und hielt einen Ast ins Wasser auf den ein Stück Fleisch gebunden war. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Klopfen und Rufen dazu nichts beigetragen hat, das sie endgültig angeschwommen kamen). Als sie dann wirklich kamen, war ich schon ein bisschen verblüfft, weil es gleich zwei auf einmal waren. Ich schätze dass jedes ungefähr 2-3m lang war und einiges auf die Waage bringen würde. Der Mann lockte sie ein bisschen aus dem Wasser mit dem Fleisch, dass er auf dem Ast hatte. Sie sprangen aus dem Wasser wie die Flussdelfine in Valencia im Zoo. Nur das dieses Mal in der freien Natur war!!


Nachdem sie einige Male aus dem Wasser gesprungen waren, fuhren wir wieder zurück zur Herberge, wo es gleich Mittagessen gab. Gleich danach machte Carlos ein Interview mit allen einzeln. Er wollte wissen was und gefallen hatte, was weniger und was auch hätte bleiben können, wie uns die Betreuung, Unterkunft, Busfahrt, usw. gefallen hatte und was zu verbessern wäre. Mir hatte wirklich die ganze Reise gut gefallen, nur hätte ich 1-2 Tage Strand weggelassen, weil ich ja am Strand wohne und ich auch deswegen einen Sonnenstich hatte.
Ein wenig später trommelte er alle zusammen und wir sollten uns in einem Kreis aufstellen. Jeder bekam einen kleinen Spitznamen der Reise verliehen. Und so gab es eine Señorita Pünktlich, Rotgesicht usw. Ich bekam den Titel: Señorita halb Vegetarier (weil ich immer Extrawünsche beim Essen hatte..).
Danach sollte jeder jedem etwas sagen, was bei manchen extrem schwierig war, weil wir uns nie zusammen unterhalten haben oder weil wir oft in derselben Gruppe unterwegs waren. Irgendwie schaffte ich es dann aber doch jenem etwas zu sagen und auf den Weg mitzugeben. Danach waren wir an der Reihe, wir sangen unser selbstgedichtetes Lied vor und es war einfach rührend. Dieser Moment war einfach voll mit Stimmung und Emotionen.
Zum Schluss wurde noch der Freund der Reise gewählt: unsere Elisa! Sie hatte es sich wirklich verdient, denn sie hatte immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand während der ganzen Reise.


Danach ging es aber wirklich los, alle weinten und wir mussten ein letztes Mal in den Bus, damit wir nicht zu spät in San Cristóbal ankommen würden. Im Bus beruhigten sich alle wieder und schmiedeten Pläne für das bevorstehende Wochenende. Ich würde eine Nacht bei einer Freundin schlafen und dann zurück nach Barcelona fliegen.
In Barinas machten wir einen Stopp, damit wir uns noch ein bisschen stärken konnten. Nach der Pause ging es aber zum Glück weiter und wir alle schliefen im Bus bis wir vor dem Clubhaus von San Cristóbal zum stehen kamen. Leider regnete es und wir wurden alle ziemlich nass. Wir überreichten unseren Betreuern Carlos und Lisandro und dem Busfahrer Dankesgeschenke, worüber sie sich wirklich freuten.
Ich rief meine Freundin Katha an, aber sie hob nicht ab und meldete sich nicht. Ich wusste deswegen nicht bei wem ich schlafen sollte, aber Madeleine riet, dass wir zusammen zu ihrem Haus fahren sollten und einfach anklingeln. Wenn sie aber nicht aufmachen sollte, könnte ich bei Madeleine schlafen. Zum Glück machte sie total verschlafen auf und bevor wir schlafen gingen, redeten wir noch mindestens eine Stunde.

Tag 253 - 12. Mai - Hato El Cedral - Anaconda

Hato El Cedral - Anaconda

Schon um drei in der Nacht brachen wir heute auf und fuhren weg, weil wiedermal ein weiter Weg vor uns lag. Wir schliefen aber alle im Bus weiter, ehe wir um sechs Uhr von Carlos geweckt wurden, da wir aussteigen mussten. Keiner von uns verstand warum, aber als wir draußen waren, begriffen wir. Vor uns lag ein Fluss, den wir mit Hilfe einer nicht sehr vertrauenswürdig aussehenden Fähre zu überqueren hatten. Wir kamen aber doch gut ans andere Ufer und so ging es auch gleich weiter.
Erst am späten Nachmittag erreichten wir unser Ziel „Hate El Cedral“ in den venezolanischen Llanos. Wir hatten alle Vorhänge des Busses offen, damit wir die unvergleichbare, wunderschöne, einzigartige und ruhige Naturlandschaft genießen konnten. Hin und wieder sahen wir einige Vogelschwärme und beim genaueren Hinsehen entdeckten wir Krokodile, Kaimane und Schildkröten. In der Ferne waren auch Kuhherden zu sehen. Vereinzelt standen Rehe in der Wiede und ließen sich von nichts stören und fraßen weiter. Als wir schon ein wenig gefahren waren sahen wir ganze Wasserscheinfamilien im Wasser, auf den Wiesen und sogar auf der Schotterstraße auf der wir uns befanden.


Es war einfach der Hammer! Ich muss schon sagen, dass es mir hier am besten gefallen hat, es ist so anders, ruhig und hat einfach eine Einzigartigkeit sondergleichen. Eine halbe Stunde später ging es durch mitten dieses Paradieses, bis der Bus anhielt und wir bei einer kleinen Herberge angekommen waren. Bevor wir aber noch unsere Zimmer beziehen konnten, fuhren wir in einem Lastwagen mit Bänken weg, um gleich noch ein bisschen mehr zu sehen. Es ging also weiter durchs Paradies und einer der Biologen, der mitgekommen war, erklärte uns alles. Wir blieben kurz stehen und er zeigte zum rechten Straßenrand, wo man ein paar tennisballgroße, weiße Eier erkennen konnte. Er meinte es wären die von einem Krokodil. Der Fahrer stieg aus und ging noch ein bisschen weiter zum Straßenrand, wo schon das Ufer begann. Auf einmal „sprang“ ein 3m-großes Krokodil aus dem Wasser und schnappte einmal nach dem Fahrer. Der war aber schneller und wir konnten ein paar Fotos machen. Eben aus diesen Grünen sollten wir nie zu nah ans Wasser und auch in der Nacht nicht die Zimmer verlassen, weil es schon vorgekommen ist, dass die Krokodile sich zur Herberge verirrt hatten.


Danach aber fuhren wir weiter und sahen noch mehr von den knuffigen Wasserschweinen. Leider mussten wir bald wieder umkehren, weil es stark zu regnen begonnen hatte. Und es war zu gefährlich weiter zu fahren, da die Straße nur aus Steinen und Erde bestand. Als wir also wieder zurück bei der Herberge waren, wurde uns gesagt, dass eine andere Gruppe eine Anakonda gefunden hatte und es wäre schwer noch eine vor unserer Abreise zu finden. Deswegen fuhren wir dorthin. Als ich also die 7m lange Schlange vor mir sah, bekam ich doch ein bisschen Panik. Die Vogelspinne und das Paragleiten taten mir überhaupt gar nichts, aber die größte Schlangenart der Welt war mir zu viel.
Trotz der Angst überwand ich mich, mich zumindest dazuzustellen und sie mir dann um die Schultern legen zu lassen, damit ich ein Erinnerungsfoto habe. Später stellte ich mich noch neben den Kopf der Schlange, der es aber nicht in den Kram passte festgehalten zu werden und fauchte und schnappte nach den Leuten.


Sie hatte eine Schildkröte gefressen, deren Panzer noch immer deutlich zu sehen und zu spüren war, weil es selbst um einiges breiter war als die Anakonda selbst.
Nachdem jeder sein Foto mit ihr gemacht hatte, ging es wieder zurück zur Herberge und es wurden die Zimmer eingeteilt.

Tag 252 - 11. Mai - Puerto Ayacucho - Amazonas

Puerto Ayacucho - Amazonas

In der Früh fuhren wir im viel zu kalten Autobus zu einem Indianer-Dorf. Carlos meinte noch, dass sie schon relativ modernisiert leben würden, aber ich hoffte trotzdem auf ein bisschen ureinwohnermäßiges. Als wir ankamen, begriff ich zuerst gar nicht, dass wir schon in diesem Dorf angekommen waren, weil es mir trotz der Vorwarnung zu modern schien. Carlos fragte sich zu einem der Ureinwohner durch, der auch Spanisch kann, weil viele der Ureinwohner ihre eigenen indigenen Sprachen haben. Nach nicht allzu langer Zeit war dieser auch schon gefunden und es ging los. Wir marschierten durch echten Regenwald und es fühlte sich an als wären wir in einer anderen Welt. Es war so anders: eine noch höhere Luftfeuchtigkeit, als gewohnt, hohe Bäume, die über und über mit anderen Pflanzen bewachsen waren, Schmetterlinge jeder Art und (fast) jeder Größe und das für mach am allerschönsten: Ruhe, keine nervigen Autogeräusche, keine Flieger über uns, einfach Ruhe. Der Pfad war nur ein Trampelpfad, den die Ureinwohner oft benutzten um zum Fluss zu gelangen oder aber um zum Ananasfeld zu kommen. Als wir gerademal zehn Minuten gegangen waren, hielt der Ureinwohner an, brach einen Zweig ab und stocherte in einem kleinen Loch im Boden herum.


Während er herumstocherte, erklärte er uns er würde jetzt eine Vogelspinne suchen. Leider klappte es beim ersten Mal noch nicht, aber nur 10m weiter, entdeckte er ein weiteres und fing wieder an zu stochern. Schon nach kurzer Zeit kletterte eine handflächengroße Vogelspinne heraus.


Der Mann aus dem Dorf packte sie geschickt und hatte auf einmal alle ihre Beine über ihrem Körper zwischen seinen Fingern eingeklemmt. Daraufhin bewegte sie sich sehr langsam und wurde auf den Boden gesetzt. Sobald sie am Boden war, ging sie in Angriffsstellung und hob zwei ihrer Vorderbeine drohend in die Luft. Wir standen alle im Kreis um sie und so konnte sie auch nicht fliehen oder in ihr Loch zurückkehren. Nachdem jeder unzählige Fotos gemacht hatte, lockerten wir die „Festung“ um sie und gingen weiter. Als wir bei einer kleinen Lichtung ankamen, nahm der Mann sein Buschmesser und hackte von einem Baum ein paar Äste ab und reichte sie uns weiter. Wir hatten überhaupt keine Ahnung was wir damit anstellen sollten, aber Carlos half uns weiter. Aus den Ästen kam am abgehackten Ende Wasser heraus, das wir trinken konnten. Das Wasser war klar, kühl und es schmeckte besser als jedes andere Wasser, das ich bisher in Venezuela getrunken hatte. Es schien so als wäre der Ast voll mit Wasser, denn nur mit drei davon konnte jeder von uns mehrere Schlucke trinken.
Danach ging es gleich weiter und wir kamen aus dem Dschungel heraus auf eine offene Wiese. Dort sah es so aus wie im Film „Das Dschungelbuch“. Hier fehlten nur mehr ein paar wilde Tiere und der kleine Mogli. Auf einer Seite fing wieder der Urwald an und auf der anderen waren einige Pflanzen, die aber nicht höher als einen halben Meter waren. Beim genaueren hinsehen stellten wir fest, dass es Ananaspflanzen waren.


Wir wollten welche mitnehmen, hatten aber kein Messer zum Abschneiden dabei, denn der Mann aus dem Dorf war schon viel weiter vorne. Wir gingen dann wieder ein Stück in den Urwald hinein und dieses Mal fielen mir unzählige Ameisenstraßen auf. Die Tierchen, kaum größer als einen Zentimeter, trugen je ein bis zu 4cm² großes Blatt auf ihrem Rücken. Alle zehn Meter kreuzte so eine Ameisenstraße den Trampelpfad. Wir kamen dann auch schon wieder beim Dorf an und wollten in den gekühlten Bus. Aber Carlos rief uns zurück, weil wir noch den Schamanen des Dorfes besuchen wollten. Zum Glück war er zuhause und empfing uns vor seiner Hütte. Er hatte nur eine Mischung aus einem Lendenschurz und einer Windel an, am Kopf trug er eine Federkrone (aber nicht so eine wie in den Indianerfilmen gezeigt wird). Er bat uns sogar in seine kleine Hütte, die aus Lehm und einem Stroh/Palmendach bestand. Drinnen war es fast dunkel und wir setzten und im Kreis rund um den Schamanen. Keiner von uns traute sich Fotos zu machen, weil Carlos gemeint hatte, dass sie es oft nicht mögen. Er fing an uns ein bisschen was über sein Leben zu erzählen, während er ein paar Kräuter und Wurzeln zermahlte. Als er fertig war und in der Schüssel vor ihm nur mehr feinstes Pulver war, nahm er ein Stück hohles Holz in Form eines Y. Er steckte sich zwei Enden davon in die Nase und die andere hielt er in die Schüssel mit dem Pulver und zog kräftig an. Er fragte uns, ob wir nicht auch probieren wollten. Wir stimmten zu, denn wer hat schon einmal mit einem echten Schamanen Pulver geschnupft. Er meinte, das Pulver sei eine Mischung aus verschiedensten Pflanzen wie auch Wurzeln und würde uns Kraft verleihen.
Nach der Reihe schnupften wir das Pulver und manche bekam davon zwar keine Kraft, aber einen kräftigen Niesanfall. Ich zog nicht zu fest an, deswegen blieb mir alles in der Nase kleben.


Am Schluss sang der Schamane noch ein Lied, das typisch für die Region war. Dazu begleitete er sich mit einer Maracas (mit einer Rassel). Carlos fragte ob wir vielleicht jeder ein Foto machen dürften und er meinte, es wäre überhaupt kein Problem. Daraufhin folgte ein Blitzlichtgewitter in der kleinen Hütte. Wir mussten aber wieder aufbrechen und so verabschiedeten wir uns und fuhren mit dem Bus weiter.
Unser nächster Halt war bei einer Naturrutsche im Dschungel. Wir mussten zunächst eine kleinen Hügel hinaufgehen, denn erst dahinter war diese Rutsche zu finden. Die ersten rannten gleich ganz hinauf zum höchstmöglichen Punkt, der knapp 200m langen Rutsche. Madeleine und ich warteten noch ein wenig und sahen es uns zuerst genauer an, denn als die ersten mit rasender Geschwindigkeit an uns vorbeirauschten, hörten wir auch immer wieder AU!!-Schreie. Es gab nämlich bis zu 20cm tiefe Löcher und Unebenheiten, die nicht angenehm waren. Deswegen rutschten wir nur den letzten Teil, der sicherer erschien. Viele hatten blaue Flecken, verstauchte Finger und bluteten sogar.


Am Ende des Tages fuhren wir noch in die Stadt um in ein Museum über die Ureinwohner von Venezuela anzusehen. Dort wurde auf die verschiedensten Arten bzw. Stämme genauer eingegangen, es wurden Modelle von Häusern, Waffen, Schüsseln, Kleidung und vielen anderen Gegenständen gezeigt. Es war leider schon etwas heruntergekommen, aber trotzdem war es interessant und informativ. Anschließend durften wir noch ein wenig am Kunstmarkt der Indianer herumschauen, um Andenken und Geschenke zu kaufen. Es gab verschiedensten Schmuck aus Holz, Stein, Tierknochen, Pflanzensamen und vielem mehr. Der Markt war nicht allzu groß, aber trotzdem verging die Zeit viel zu schnell, weil es viel zu sehen gab. Im Anschluss fuhren wir zurück zur Herberge, wo wir gleich zu Abend aßen und dann noch ein wenig Karten spielten.

Tag 251 - 10. Mai - Estado Amazonas – Puerto Ayacucho

Estado Amazonas – Puerto Ayacucho

Heute wurden wir wiedermal sehr früh aufgeweckt, da wir einen sehr weiten Weg vor uns hatten. Wir schliefen aber im Bus weiter, bis der eine krasse Bremsung hinlegte, weil die Lenkung kaputt war. Zwei Stunden später ging es aber weiter, und die wenigsten hatten bemerkt, dass wir so lange gestanden hatten.
Wir waren mitten im Nichts, und die Straßenverhältnisse waren wirklich keine guten, weswegen wir auch nicht schnell fahren konnten.



Gegen Mittag hielten wir kurz an, weil wir durch den Regenwald fuhren und auf ein paar Ureinwohner gestoßen waren. Carlos warnte uns keine Fotos zu machen, weil sie das in der Regel nicht wollen und sich danach heftig darüber aufregen. Sie verkauften einige handgemachte Ketten, Armbänder und sogar Honig. Einige Perlen waren getrocknete Pflanzensamen, andere waren kleine Knochen von Fischen. Diese Ureinwohner hatten keine traditionelle Kleidung mehr, so schien es auf den ersten Blick. Sie trugen längere Hemden, aber darunter hatten sie eine Art „Windel“ an.
Danach fuhren wir wieder weiter und sahen, dass Carlos sich eine Schildkröte gekauft hatte. Am weiteren Weg sahen wir uns weitere Filme an, erst spät in der Nacht kamen wir in Puerto Ayacucho an.

Tag 250 - 9. Mai - Ciudad Bolivar

Ciudad Bolivar

Gleich in der Früh fuhren wir in die Innenstadt von Ciudad Bolivar. Zuerst hielten wir bei einem kleinen Museum, das zuvor Simon Bolivar gehörte und er dort gewohnt hatte. Das Haus an sich war nicht groß und viele der Möbel waren schon beschädigt, die Gemälde hingen ohne Glas an der Wand, der Hitze ausgesetzt. Der Garten jedoch war schön; hohe Bäume, einige Statuen und ein kleiner Teich, in dem sich um die 30 Schildkröten tummelten.


In zwei Gruppen wurden wir nach einander herumgeführt und es wurde uns viel über den Befreier von Venezuela erzählt. Es war so richtig heiß, dass uns alles einfach nur die Schweißperlen vom Gesicht rannen. Zurück im Bus bekamen wir fast einen Kälteschock, denn von den geschätzten 40°C draußen, kamen wir in den 12°C kalten klimatisierten Autobus. Wir fuhren weiter in der Innenstadt herum und stiegen wieder aus. Wir gingen zur „Casa de Congreso de Angostura“, wo wiedermal die Geschichte von Simon Bolivar erzählt wurde. Danach gingen wir zum ersten Plaza Bolivar in ganz Südamerika und auch zur Kathedrale dort. Wir gingen aber nicht hinein, weil wir keine Zeit hatten. In einem weiteren Gebäude wurde und mehr zum Befreiungskrieg von Großkolumbien erzählt. Dort gab es auch einen Springbrunnen, in den wir alle am liebsten hineingesprungen wären.
Am Rückweg zum Autobus wollten wir uns alle Wasser kaufen, aber die beiden Supermärkte bei denen wir vorbeischauten hatten nicht genug für alle. (Und das Wasser schmeckte scheußlich nach Chlor).
Danach fuhren wir das von mir schon lang herbeigesehntes Museum von Jesús Rafael Soto. Er ist ein kinetischer Künstler, seine Kunstwerke „verändern“ sich, wenn man sich bewegt. Er wollte auch, dass einige seiner Werke berührt und auch begangen werden dürfen. Das Museum hat aber nicht nur Kunstwerke von ihm selbst, sonder auch noch ein paar anderen, denen ich aber nicht sehr viel Aufmerksamkeit schenkte. Gleich einer der ersten war von Jesús Soto und stand im Garten des Museums. Es waren ganz viele aufgehängte Plastikschnüre, die 7 Meter herunterhingen.


Wir durften auch hineingehen und es „erleben“. Nach ein paar Räumen mir unbekannter Künstler, kamen wir endlich zu dem Raum auf den ich gewartet hatte. Die Werke von Jesús Soto gefielen mir echt gut, wobei ich mir aber eher weniger eines in mein Zimmer stellen bzw. hängen würde, weil sie solche Staubfänger und auch relativ platzaufwendig sind. Ich genoss diesen Teil des Museums richtig und war die letzte, die ihn wieder verließ. In einem anderen Teil des Gartens gab es nochmals ein eher typisches Werk Jesús Sotos. Dieses Mal hingen Metallstangen von einem quaderförmigen Rahmen herab und unser Museumsführer sagte wie sollen alle mit den Hängen voran hineinlaufen. Gesagt, getan. Das darauffolgende Geräusch war unerwartet laut und glich eher Lärm. Als wir wieder herauskamen, mussten wir feststellen, dass die weiß bemalten Stangen abgefärbt hatten und unsere Arme alle weiß waren. Die Farbe ging auch nicht mehr ab.


Danach fuhren wir zurück ins Hotel und hatten den restlichen Nachmittag frei, den wir hauptsächlich im Pool verbrachten.

Tag 249 - 8. Mai - Pueble del Callao – Ciudad Bolivar

Pueble del Callao – Ciudad Bolivar

Heute weckten uns die Jungs mit Gitarre und Gesang schon um vier auf und wenig später fanden wir uns im Bus wieder und fuhren Richtung Ciudad Bolivar. Erst gegen Mittag gab es Frühstück, weil wir alle noch so lange geschlafen hatten. Nach einigen weiteren Stunden Fahrt blieben wir im „Pueblo del Callao“ stehen.


Dieses Dorf ist für den Goldverkauf bekannt, aber mir gefiel nicht eine Kette oder ein Armband. Zu Mittag aßen wir auch in diesem Dorf, und am Busterminal kauften wir noch ein paar Filme für die weitere Fahrt. Danach fuhren wir noch fünf weiter Stunden ehe wir in Ciudad Bolivar ankamen. Das Hotel lag auf einem Hügel und war wirklich nicht schlecht, weil es auch einen Pool gab (aber in den Zimmern gab es Ameisen und Kakerlaken).
Als wir alle so zusammensaßen und plauderten, kamen zwei Entertainer ins Lokal um Musik zu machen und um zu singen. Das war zwar nicht so gut, weil der Mann am Schlagzeug immer sein eigenes Ding machte, aber zwei von uns konnten sie zum Glück ablösen. Maxi sang und Arnauld begleitete sie auf der Gitarre. Das Mikrofon verzerrte ihre Stimme zwar ordentlich, aber trotzdem waren wir voll dabei und klatschten im Rhythmus dazu. Sie sang fünf Lieder und am Ende applaudierten nicht nur wir Austauschschüler, sondern auch die anderen im Restaurant.

Sonntag, 20. Juni 2010

Tag 248 - 7. Mai - Brasilien - Paracaraima

Paracaraima, Brasilien

Mitten in der Nacht weckte Jane mich im Zimmer auf, weil es heute Nacht einen Meteoriten am Himmel zu sehen gäbe, der nur alle 60 Jahre von der Erde aus zu sehen ist. Elisa wurde dabei auch munter, und schnauzte sie nur an, dass sie schlafen wolle. Ich sagte Jane sie solle um drei noch einmal vorbeischauen, um mich aufzuwecken, damit es auch sähe.
Nachdem ich wieder einige Stunden geschlafen hatte, wurde ich erneut aufgeweckt. Ziemlich viele von uns waren schon am Parkplatz und starrten suchend hinauf in den schwarzen Nachthimmel. Ein paar Sterne waren zu sehen, aber in der halben Stunde, in der ich den Himmel absuchte, sah ich zwar ein paar Sternschnuppen, aber keinen Kometen oder Meteoriten. Viel zu müde um länger den Kopf zum Himmel zu recken, ging ich wieder ins Bett. Um neun mussten wir dann wieder aufstehen, aber wir fuhren erst zwei Stunden später weg.
Voller Energie brachen wir zur brasilianischen Grenze auf.



Dort machten wir jede Menge Fotos und fuhren dann weiter ins erste Dorf, nach Paracaraima. Dort durften wir uns frei herumbewegen, aber viel außer Souvenirläden und kleinen Supermärkten gab es nicht. Die meisten wollten in einer Bank Geld abheben, aber die Bankomaten akzeptierten die Karten nicht.
In den Souvenirläden gab es jede Menge Schmuck zu kaufen, aber mir gefiel davon nicht wirklich viel. Neben dem Schmuck wurden auch gefälschte Fußballtrikots, Steine, Gewand und Schuhe verkauft.
Ein wenig später trafen wir uns in einem All-you-can-eat-Restaurant. Leider schmeckte es mir nicht so richtig und Hunger hatte ich auch keinen.
Danach verließen wir Brasilien auch schon wieder und fuhren bis zur Dämmerung weiter bis zur Herberge Kama Meru.

Tag 247 - 6. Mai - Gran Saban

Paragleiten - Santa Elena

Heute standen ein paar von uns schon um vier auf, weil wir heute zum Paragleiten fahren würden. Ein anderer Teil würde zu den Angel Falls, dem höchsten Wasserfall der Welt, fahren und ein anderer in der Herberge bleiben. Ich war beim Paragleiten-Teil dabei. Ein wenig später wurden wir zu zehnt abgeholt und fuhren dann ein bisschen, bis wir an einem Feld ankamen. Dort trafen wir den Mann, der den Schirm besitzt und auch mit uns fliegen würde. Es war noch relativ früh und wir waren noch ein bisschen müde, so schliefen wir noch ein bisschen im Auto, als wir warten mussten. Der Mann baute schön langsam den Schirm mit dem Motor zusammen, weil wir ja nicht von einem Berg springen würden. Der Motor war an einem Aluminiumrahmen befestigt und sah so aus wie ein riesengroßer Ventilator. Ich habe das zuvor nur im Fernsehen gesehen, wenn bei Universum Forscher mit Booten und diesen Motoren auf Krokodilfang gingen. Es sah schon ein bisschen komisch und vor allem altmodisch aus und erinnerte mich ein bisschen an den Film „In 80 Tagen um die Welt“.


Zuerst waren Jane, Anja und Arnould dran, weil sie früher wegmussten, um noch ein anderes zusätzliches Programm zu machen. Aber dann kam auch schon ich an die Reihe!! Ich bekam eine winddichte Jacke, weil es auch ziemlich werden kann, wenn man so hoch oben ist und dann kommt noch der kalte Fahrtwind dazu. Mit einem Helm mit zusätzlichen Kopfhörern ausgestattet konnte ich mich dann in das Wägelchen hineinsetzen. Der „Pilot“ sah aber nicht über mich hinweg und deswegen musste ich mich ein bisschen kleiner machen und den Kopf einziehen. Wir checkten noch einmal die Mikrofone und ich schnallte mich fest und schon ging es los! Der Motor wurde eingeschalten und der Mann, der uns im Auto hierher gebracht hatte, schob das Gestell noch ein wenig mit an und dann hoben wir ab. Auf einmal waren wir schon 10 Meter in der Luft und stiegen noch mehr.


Ich bin zwar schlecht im Schätzen, aber ich würde sagen, dass wir schon auf 100m Höhe waren. Es war echt beeindruckend! Man konnte so weit in die Ferne sehen, ein paar vereinzelte Palmen und Bäume, und ein paar Teiche, in der Ferne konnte ich einige Tafelberge erblicken, auch ein paar Wolken und Regenschauer.



Und das Beste daran: Ich hatte überhaupt keine Höhenangst!! Ich machte auch ein paar Fotos und auch Videos, die echt gelungen sind. Und „Seekrank“ wurde ich auch nicht. Obwohl es schon ein bisschen schaukelte, machte es mir überhaupt nichts. Leider waren die 10 Minuten schnell wieder um und schon wurde der Motor abgeschalten und wir machten uns zum Landeanflug bereit. Sobald der Motor ausgeschalten war, sanken wir echt schnell und ich hatte Bedenken den Boden zu hart zu treffen. Aber ganz gegen meine Befürchtungen, setzten wir sanft am Boden auf und rollten noch ein Stück weiter.


Dann war mein Paragleit-Erlebnis auch schon um und ich setzte mich wieder zu den anderen ins Auto um zu warten. Als nächste war Elisa an der Reihe. Gerade in dem Moment als sie hätten abheben sollen, fiel das Gestell mit ihnen kopfüber um und überschlug sich einmal. Der Fahrer rannte los, fiel einmal der Länge nach hin und lief dann weiter um ihnen zu helfen. Es ist aber nichts passiert, außer dass dem Gestell ein Reifen abgebrochen war. Deswegen konnten die anderen nicht fliegen, weil es zuerst repariert werden musste. Elisa würde am Nachmittag mit den anderen, die auch noch nicht geflogen waren, wieder kommen und ihren Rundflug machen.
Wir fuhren also wieder zurück zur Herberge, die anderen dort frühstückten gerade erst. Wir wollten auch, aber unseres war gerade am Weg zum Feld, auf dem wir bis vor kurzen waren. Aber ein wenig später wurde uns das Frühstück zurückgebracht, und wir frühstückten gemütlich im Garten. Danach hatten wir den ganzen restlichen Tag frei und ich legte mich in eine Hängematte und schlief ein wenig. Am Nachmittag fuhren wir ins Dorf um dort zu Essen und noch ein paar andere Dinge zu kaufen. Später fuhren wir in einem Taxi zurück und setzten uns zu den anderen im Garten.

Tag 246 - 5. Mai - Gran Sabana

Tepui El Abismo

Heute früh wurden wir von Jeeps abgeholt und brachen dann zu einem 3 Stunden entfernten Tepui (Tafelberg) auf. Wir fuhren zuerst ein kleines Stück auf einer asphaltierten Straße, aber dann auf einer wirklich schlechten mit „metertiefen“ Löchern und schlammgefüllten Passagen. Als wir so fuhren und fuhren, wackelte der Jeep wie bei einem Erdbeben. Einmal wich unser Fahrer auf die rechte Seite der Straße aus und plötzlich rutschten wir ein ordentliches Stück ab. Wir hingen nur mehr mit zwei Rädern auf der Straße und kamen von alleine nicht mehr hoch. Wir schoben alle Panik, da es zu unserer Rechten mindestens fünf Meter hinunterging.


Der Fahrer ließ uns aussteigen und einer der anderen Jeeps half unserem Jeep durch ein Abschleppseil aus der Patsche. Danach ging es auch schon weiter. Wir fuhren ewig lang über diesen Waldweg. Mir wurde echt schlecht und gut ging es mir auch nicht wirklich. Aber die Fahrt nahm einfach kein Ende. Irgendwann gegen elf Uhr hielten wir kurz an, aber nur um einen kleinen Regenschauer abzuwarten. Nach einer weiteren 20-minütigen Fahrt waren wir auch schon angekommen. Nur mit unseren Kameras in den Händen fingen wir den Anstieg zum Tafelberg „El Abismo“. Es war echt hart und steil, steinig und wir waren alle auch nicht mehr an solche Wanderungen/Fußmärsche gewohnt, weil wir hier in Venezuela fast keine Strecken zu Fuß gehen und wegen der Hitze auch fast keinen Sport betreiben. Leider regnete es hin und wieder und so waren wir total nass, aber das kühlte uns auch ein wenig ab. Nach einer knappen Stunde kamen wir oben am Tepui an und konnten unseren Augen kaum glauben: Wir konnten außer Regenwald nur Regenwald sehen!!


Es war wirklich atemberaubend! Soweit wir sahen, sahen wir nur den ewig großen Regenwald. Carlos schlug vor, dass wir eine Minute ruhig sind, damit wir den Regen, den Wind, die Tiere und auch einfach alles besser aufnehmen können. Leider mussten einige zunächst das wieder durch blöde Sprüche verderben, aber danach war es wirklich still. Auf einmal hörten wir ein paar Vogelgeräusche und kurz danach flogen zwei wunderschöne blau-gelbe Papageien aus dem Regenwald über den restlichen hinweg, bis wir sie nicht mehr sehen konnten. Danach gingen wir jeder einzeln zu einem kleinen Vorsprung, von wo man noch ein bisschen besser alles überblicken konnte. Der Vorsprung war wirklich nicht sehr groß und es ging danach über 100m tief hinunter, sodass ich doch ein bisschen Angst hatte. Leider konnte ich nicht lange dort bleiben, weil die anderen auch noch wollten. Wir machten noch ein Gruppenfoto, legten noch eine stille Minute ein und auf einmal flog ein Uhu über uns hinweg, leider war ich zu langsam um ein Foto von ihm zu machen.


Danach machten wir uns auf den Abstieg. Nach nur kurzer Zeit waren wir wieder bei den Jeeps, fuhren ein wenig, aßen zu Mittag und danach zurück nach Santa Elena. Alle waren total erschöpft und nach dem leckeren Abendessen, legten wir uns erst mal schlafen.

Tag 245 - 4. Mai - Gran Sabana

Salto Kawi – Rio Suruape – San Franzisco – Jaspe – Naturjacuzzis – Santa Elena

Als wir heute unsere Koffer wieder in den Bus schlichteten, kam eines der Kinder der Ureinwohner mit einem jungen Wasserschwein am Arm vorbei. Es war ungefähr so groß wie eine Katze, sah aber mehr wie ein großes Meerschweinchen aus. Wir alle streichelten und hielten es, während wir noch Fotos machten.


Leider musste der Junge danach in die Schule und nahm sein Haustier mit, weil er es auch seinen Freunden zeigen wollte. Danach setzen wir uns alle zur Abwechslung in den Bus und machten uns auf den Weg.
Zu aller erst stoppten wir beim Salto Kawi; dort stiegen wir einen holprigen, aber doch kurzen Weg hinunter. Dort sahen wir einen 5m hohen Wasserfall, der weiter in einem Naturpool mündete. Dieser Teich war mindestens 4m tief und auch relativ groß.


Ich sprang auch gleich hinein, es war gar nicht so kalt, sondern wirklich erfrischend. Fast alle waren im Wasser und die anderen saßen am Ufer und machten Fotos. Die Burschen sprangen noch von einem höheren Stein und wollten auch von immer höher aus springen, aber Carlos verbat das dann. Es war echt wunderschön, aber wir brachen auch gleich wieder auf. Wieder waren wir ein wenig im Bus unterwegs und hielten an einem Punkt, von dem wir aus ins selbe Tal sehen konnten, in dem Szenen von Jurassic Park gedreht wurden.



Danach fuhren wir zum Fluss Suruape. Dort setzten wir uns zuerst unter einen der schattenspendenden Bäume, aber da es dort so viele Mücken gab, entschloss ich mich doch eine Runde ins Wasser zu gehen. Elisa machte von mir ein paar Fotos. Es war wie im Garten von Eden! In einem kleinen Bach kam kristallklares Wasser einen kleinen Wasserlauf in ein Becken. An einer Seite eine Steinwand, auf der anderen Bäume, Gras und vereinzelte Steine. Alles war in Bewegung durch den Wind! Wenn man ganz still war, konnte man die Vögel und Insekten hören und im Hintergrund das Plätschern des Wassers zusammen mit den vom Wind bewegten Grashalmen und Ästen.



Danach fuhren wir weiter zu den Naturjacuzzis, die auch am Fluss Suruape liegen. Dort konnten wir wieder zu Mittag essen und uns auch ein wenig am kühlen Wasser erfrischen. Die Zeit verging ziemlich schnell und schon saßen wir im Bus Richtung „San Franzisco“. Dort hatten wir eine Stunde Zeit um handgemachten Schmuck und Kleinigkeiten zu kaufen. Wir waren alle schon total müde, obwohl es erst drei am Nachmittag war. Als letzte Besichtigungspunkt war die „Quebrada de Jaspe“ geplant. Auch hier war ich schon einmal gewesen, aber dieses Mal war es anders, weil es mehr Wasser gab. Unser letzter Stopp des heutigen Tages war in Santa Elena de Uairen. Dort fielen wir alle todmüde in die Betten.

Samstag, 19. Juni 2010

Tag 244 - 3. Mai - Gran Sabana

Salto Aponwao

Heute wurden wir in der Früh von vier Jeeps abgeholt und fuhren ungefähr 2-3 Stunden durchs Nichts, ehe wir in dem kleinen Dorf am Rio Aponwao ankamen. Von dort aus fuhren wir in einem Kanu zwanzig Minuten am Fluss entlang und gingen dann einen Waldweg hinunter, von wo aus wir den 110 Meter hohen Wasserfall sahen. Auch wenn ich schon einmal hier war, fand ich es total schön und genoss jeden Augenblick. Am Ufer des Flusses aßen wir alle zu Mittag und als wir wieder satt waren, sprangen wir ins Wasser. Danach ging es aber wieder zurück mit den Kanus. Im Dorf angekommen, konnten wir Ohrringe, Armbänder und sonstige Sachen kaufen, die die Ureinwohner gemacht hatten.
Als wir wieder zurück in der Herberge waren, spielten wir einige Gruppenspiele die echt lustig waren, ehe wir schlafen gingen.

Tag 243 - 2. Mai - Gran Sabana

Gran Sabana

Heute fuhren wir wieder ewig lange mit dem Bus, blieben einmal kurz stehen, um in einem Supermarkt Essen für die kommenden paar Tage zu kaufen. Mit Fladenbrot, Dosenfutter und jede Menge Wasser fuhren wir dann weiter in die Gran Sabana. Zu Mittag hielten wir kurz an, damit wir in Ruhe essen konnten.
Erst als die Nacht hereinbracht kamen wir bei der Herberge „Kama Meru“ an (die wird von Ureinwohnern betrieben). Immer wieder entdeckten wir in den Zimmern Mücken, Nachtfalter, Salamander und auch Kakerlaken. Und auch die Temperatur des Wassers war kurz vor dem Gefrierpunkt.
Später gab es noch einen Wettbewerb der Jungen, die sich als Mädchen verkleiden sollten und wir kürten dann einen zur „Miss Gran Sabana 2010“.

Tag 242 - 1. Mai - Puerto Ordaz – Parks – Ecomuseum - Orinoquia

Puerto Ordaz – Parks – Ecomuseum - Orinoquia

Heute in der Früh gab es Buffetfrühstück und es war einfach nur lecker, da wir schon längere Zeit kein so geschmackvolles Frühstück mehr bekommen hatten. Danach brachen wir auch schon wieder auf, dieses Mal in Richtung Puerto Ordaz. Nach einigen Stunden Fahrt kamen wir im Park Cachamay an und aßen dort zu Mittag. Heute war ja der 1.Mai und derswegen gab es im Park eine Parade mit Musik und Tänzern (es war relativ laut, weil verschiedene Gruppen gleichzeitig verschiedenen Lieder spielten).
Heute hatte den ganzen Vormittag die Klimaanlage der Busses nicht funktioniert und wir waren deswegen alle schweißgebadet. Zum Glück wurde das in der Mittagspause repariert. Es ging danach weiter zum Ecomuseum. Das ist ein Museum, das sich mit der Energiegewinnung am Orinoco befasst. Wir sahen auch einige der Turbinen und es war schon eindrucksvoll, denn in diesen Turbinen werden immerhin 80% des gesamten venezolanischen Stroms erzeugt.


Mit dem Bus ging es auch dann weiter zum Park „La Llovizna“. Dort drehten wir eine Runde und obwohl ich das alles schon einmal gesehen hatte, gefiel es mir wieder extrem gut. (Dieses Mal regnete es aber nicht). Wir mussten dann auf einige im Bus warten, weil sie sich verlaufen hatten.


Danach fuhren wir zum Einkaufszentrum Orinoquia. Carlos gab jedem sein Essensgeld und ich tat mich wieder mit Julia zusammen und wir schlenderten durch die Läden. Wir aßen zusammen mit ein paar anderen Austauschschülern und dann trafen wir uns auch schon wieder beim Bus und fuhren weiter nach Upata zum Hotel. Ich hatte das Glück in einem 3er Zimmer zu schlafen, denn ansonsten gab es nur 7er und 8er Zimmer (was sehr nach Chaos schreit).

Tag 241 - 30. April - Cueva de Guacharos - Maturin

Cueva de Guacharos - Maturin

Heute mussten wir schon um vier aufstehen, weil wir bereits eine halbe Stunde später wegfahren mussten, damit wir noch rechtzeitig und vor dem Sonnenuntergang ankommen würden. Ich war voller Energie und war überhaupt nicht mehr müde, aber die anderen schliefen im Bus weiter und so hatte ich keinen zum Reden und schlief dann auch ein. Wir fuhren die ganze Zeit und sahen uns ständig Filme an, manche waren sehr schlecht, andere noch schlechter.
Gegen Mittag begann der Bus auf einen Berg zu fahren. So viele Serpentinen und das Gewackel des Autobusses gaben mit den Rest: mir war total schlecht und wäre am liebsten ausgestiegen und zu Fuß weitergegangen. Zum Glück blieben wir aber bald wegen dem Mittagessen stehen. Dieses Mal gab es ein typisch venezolanisches Essen: Papellon: Fleisch, Bohnen, Reis und Platanos und das vermischt man dann alles. Ich aß nur die Hälfte, war aber doch mehr als satt danach.
Wir fuhren dann gleich weiter den Berg hinauf, aber schon nach einer Stunde blieben wir wieder stehen und konnten wieder aussteigen, weil wir an unserem vorläufigen Ziel angekommen waren: „La Cueva de Guacharos“ sprich die Fledermaushöhle von Maturin.


Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt und jeder Gruppe bekam einen Führer. Diese erzählten uns ein bisschen etwas über die Höhle. Sie wurde von einem deutschen Forscher namens Alexander von Humbold entdeckt und ist eine der größten Fledermaushöhlen der Welt. In der Höhle leben neben Fledermäusen auch Ratten, Hamster, Vögel, Schlangen und andere Tiere. Dann gingen wir endlich hinein. Zuerst wurden wir noch vom Sonnenlicht geführt, aber dann nur mehr vom Licht einer kleinen Lampe. In der Höhle war mir ein bisschen unheimlich zumute, weil es teilweise extrem finster war und alle möglichen Geräusche der Tiere zu hören waren. Unser Reiseführer erzählte und noch ein bisschen über die Formen der Tropfsteinhöhle und auch ein paar Geschichten dazu. Die Fledermäuse flogen über unseren Köpfen und unterhielten sich extrem laut. Immer wieder zuckte ich zusammen, weil mich das erschreckte. Je tiefer wir in die Höhle gingen, desto matschiger wurde der Weg. Es war aber kein Erdmatsch, sondern einfach die Exkremente der ganzen Tiere. Wir gingen bis zu 470m in die Höhle hinein, aber leider nicht weiter, weil keine Zeit mehr blieb. Es würde bald finster werden und wir mussten auch noch aus der Höhle raus (wegen Regeln des Nationalparks). Leider durften wir in der Höhle keine Fotos mir Blitz machen, weil das auf die Dauer die Tiere verstören würde.


Als wir wieder draußen waren, sahen wir, dass unsere Schuhe voll mit „Matsch“ waren. Zum Glück konnten wir sie vorher abwaschen, ehe wir in den Bus stiegen. Danach ging es die ganzen Serpentinen wieder zurück und wir machten uns auf den Weg nach Maturin. Als wir dort aus dem Bus stiegen, trauten wir unseren Augen nicht, denn wir standen vor einem wirklich schönen, großen Hotel. Das Hotel sah so teuer aus, dass wir dachten, Carlos würde uns nur auf den Arm nehmen und wir würden gleich wieder weiterfahren. Aber es war kein Scherz, und da Hotel kostete weniger als manch andere, erzählte uns Carlos.

Tag 240 - 29. April - Castillo – Guerra de las Banderas

Castillo – Guerra de las Banderas

Nach einem leckeren venezolanischen Frühstück besichtigten wir die Burg der Halbinsel Araya. Es war die erste die in Amerika erbaut wurde, aber trotzdem kümmert sich keiner um die Erhaltung. So besichtigten wir vielmehr eine Ruine als eine Burg. Es gab demnach auch nicht wirklich viel zu sehen, alte Steinmauern, einen Brunnen und ein altes Gefängnis. Nach ein paar Gruppenfotos machten wir uns wieder auf den Rückweg und wir konnten danach noch zum Strand gehen.


Am Abend trafen wir uns dann alle wieder am Strand und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Carlos versuchte uns die Regeln zum Spiel „Kampf der Fahnen“, aber die waren einfach zu unübersichtlich, dass wir sie vereinfachten und trotzdem verstanden einige von uns nicht, um was es im Spiel geht. Alleine das Erklären dauerte knapp eine Stunde und dann spielten wir zwei Stunden, aber es gab noch immer keinen Gewinner, deswegen brachten wir das Spiel ab.

Freitag, 18. Juni 2010

Tag 239 - 28. April - Salinas de Araya - Playa

Salinas de Araya - Playa

Heute sind wir am Vormittag zu den Salinas de Araya gefahren. Das ist eine kleine Salzfabrik, die aber zum Größten Teil stillgelegt wurde. Die Salzfabrik lag an einem kleinen Salzteich, der extrem türkis schimmerte.


Am Ufer waren einige Geräte und auch ein großer Berg unbearbeitetes Salz. Danach fuhren wir auch wieder zurück zur Herberge und gingen von dort aus zum Strand, von wo aus wir in kleinen Booten zu einem anderen Strand fuhren. Dort gab es leider nicht viel, aber zum Glück ein bisschen Schatten, denn mir ging es wegen der Bootsfahrt nicht so gut.
Erst am späten Nachmittag fuhren wir zurück, aßen zu Abend und ich legte mich dann mit einem Schüttelfrost ins Bett und versuchte zu Schlafen.

Tag 238 - 27. April - Peninsula de Araya

Peninsula de Araya

Heute in der Früh paxkten wir wiedermal alle unsere Sachen in den Autobus und machten uns auf den Weg zur Halbinsel Araya. Wir fuhren den ganzen Vormittag, nur zu Mittag stoppten wir um eine Kleinigkeit zu essen. Danach fuhren auch weiter und erst am Abend kamen wir in der Herberge an. Dort bezogen wir unsere Zimmer und wir alle waren total erschöpft vom Tag im Bus. Das Abendessen war auch nicht der Hammer und deswegen beschlossen wir alle noch einmal früh schlafen zu gehen.

Tag 237 - 26. April - Puerto la Cruz – Playa el Faro - Chilltag

Puerto la Cruz – Playa el Faro - Chilltag

Heute Morgen kamen wir in Puerto La Cruz an. Die Nacht im Bus war doch nicht so schlimm gewesen, wie die letzte. Es gab auch gleich Frühstück und danach ins Hotel, das in der Nähe des Paseo Colons ist. Carlos schlug vor, dass wir uns bis zu Mittag ausruhen sollten und danach könnten wir zum Strand gehen. Da es mir nicht so gut ging und ich auch hier alle Strände schon kannte, blieb ich den ganzen Tag im Hotel um Schlaf nachzuholen und um am Pool mit den anderen zu quatschen.
Am Abend trafen wir uns mit den Strand-Gängern wieder und aßen dann noch ein kleines Eis am Paseo Colon. Dort verkauften einige Leute selbstgemachten Schmuck und andere kleine Handwerke. Um neun mussten wir aber wieder auf unsere Zimmer und Carlos kam und schloss uns mit dem Klebeband ein.

Tag 236 - 25. April - Caracas – El Avila - Sambil

Caracas – El Avila - Sambil

Heute fuhren wir zum Avila in Caracas. (=Der Berg mitten in der Stadt). Dieses Mal mussten wir kaum an der Kassa noch vor der Sicherheitskontrolle anstehen.


Als wir oben ankamen, konnten wir leider nicht die Stadt überblicken, weil wir in eine riesige Nebelwolke eingedeckt waren.Vorher hatte ich noch gemerkt, dass die Hauptstraße für Autos gesperrt war und viele Radfahrer und Läufer unterwegs waren. (Wie man mir später erklärte, wird das hier jeden Sonntag so gemacht). Wir gingen ein bisschen am Avila herum, durften aber nicht mit den Jeeps zu dem kleinen Dorf fahren. Zu Mittag gab es dann Arepas, die aber nicht wirklich gut waren. Es gab auch eine Eislaufbahn, ich wollte es zuerst ja machen, aber entschied mich dann doch dagegen, weil mit mein Allerwertester noch immer weh tat. Julia und ich gingen eine Runde, aßen leckere Erdbeeren mit Schlag und schon war es Zeit, zurückzugehen.


Wir fuhren in der Seilbahn (aus Österreich) wieder hinunter und mit dem Bus weiter ins Einkaufszentrum Sambil. Dort kauften wir uns für später Tickets fürs Kino. Wir schlenderten noch ein bisschen herum und Julia und ich hatten Glück noch Wasser kaufen zu können, denn es war im ganzen Sambil ausverkauft.
Zusammen mit Anna ging ich in mein geliebtes Hard Rock Cafe, wo ich ein T-Shirt für mich und meine Schwester kaufte. Und auch noch die VIP-Karte mit dem man -10% auf alles bekommt.
Danach trafen wir uns alle zum Abendessen und Carlos teilte uns alles unser Essensgeld aus und wir konnten uns selbst etwas suchen. Gleich danach fing auch schon der Film an, wobei ich wiedermal den Namen auf Deutsch nicht weiß. Der Film gefiel den meisten nicht so gut, auch wenn ich ihn nicht mal so schlecht fand.
Das Sambil in Caracas ist auch das größte in ganz Venezuela, es besteht aus 6 Stockwerken, wobei jedes so groß ist wie die Innenstadt von Leoben.
Nach dem Film ging es einigen nicht so gut; mehr wie ein Drittel der Leute hatte Durchfall oder mussten sich in regelmäßigen Abstand übergeben.
Wir schlugen daher vor eine Nacht länger in Caracas zu bleiben, aber der Vorschlag wurde leider nicht angenommen und so machten wir und auf den Weg nach Puerto La Cruz.