Montag, 21. Juni 2010

Tag 254 - 13. Mai - Hato El Cedral – Heimfahrt nach San Cristobal

Hato El Cedral – Heimfahrt nach San Cristobal


Nach einem kleinen Frühstück packten wir die Koffer in den Bus und fuhren noch einmal mit demselben Transporter wie gestern los. Wir fuhren weiter als gestern und auch in eine völlig andere Richtung. Nach einiger Zeit blieben wir stehen und der Biologe stieg aus, zog seine Stiefel aus, ging von der Straße hinunter zum Ufer und wartete ab. Wir wussten nicht was er tat, aber er machte auf einmal einen Satz und hatte danach einen 1m langen Kaiman in der Hand, mit dem er zu uns heraufkam.


Wir alle wollten natürlich Fotos machen und nach der Reihe durften wir ihn am Ende packen, während der Biologe ihm den Mund zuhielt. Ein wenig später fuhren wir weiter vorbei an Wasserschweinen, Rehen, Vöglen usw.




Als wir wieder stoppten und alle ausstiegen, waren wir bei einem Fluss, der größer war als alle anderen Flüsse in der Gegend. Der Mann erzählte uns, dass es im Moment nicht viele Piranhas gibt, und diese zu fischen, wäre pure Zeitverschwendung, das hatten wir ja eigentlich geplant. Aber er hatte ein paar von den Fischen doch mit viel Glück gefangen und wir konnten sie uns näher ansehen. Sie hatten für ihre Körpergröße erstaunlich große und spitze Zähne. Wenn es gerade die Saison gewesen wäre und man mit einer kleinen offenen Wunde ins Wasser gehen würde, würde man keine 10 Minuten überleben, weil einen die Piranhas finden würden und zur Hauptspeise machen würden.


Wir gingen durch ein kleines Wäldchen zur anderen Seite des Flusses, wo zwei Boote lagen. Wir fuhren mit diesen nicht los, sondern der Mann nützte es als Steg, um die Krokodile herbeizurufen. Er machte ein paar komische Geräusche, klopfte aufs Boot und hielt einen Ast ins Wasser auf den ein Stück Fleisch gebunden war. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Klopfen und Rufen dazu nichts beigetragen hat, das sie endgültig angeschwommen kamen). Als sie dann wirklich kamen, war ich schon ein bisschen verblüfft, weil es gleich zwei auf einmal waren. Ich schätze dass jedes ungefähr 2-3m lang war und einiges auf die Waage bringen würde. Der Mann lockte sie ein bisschen aus dem Wasser mit dem Fleisch, dass er auf dem Ast hatte. Sie sprangen aus dem Wasser wie die Flussdelfine in Valencia im Zoo. Nur das dieses Mal in der freien Natur war!!


Nachdem sie einige Male aus dem Wasser gesprungen waren, fuhren wir wieder zurück zur Herberge, wo es gleich Mittagessen gab. Gleich danach machte Carlos ein Interview mit allen einzeln. Er wollte wissen was und gefallen hatte, was weniger und was auch hätte bleiben können, wie uns die Betreuung, Unterkunft, Busfahrt, usw. gefallen hatte und was zu verbessern wäre. Mir hatte wirklich die ganze Reise gut gefallen, nur hätte ich 1-2 Tage Strand weggelassen, weil ich ja am Strand wohne und ich auch deswegen einen Sonnenstich hatte.
Ein wenig später trommelte er alle zusammen und wir sollten uns in einem Kreis aufstellen. Jeder bekam einen kleinen Spitznamen der Reise verliehen. Und so gab es eine Señorita Pünktlich, Rotgesicht usw. Ich bekam den Titel: Señorita halb Vegetarier (weil ich immer Extrawünsche beim Essen hatte..).
Danach sollte jeder jedem etwas sagen, was bei manchen extrem schwierig war, weil wir uns nie zusammen unterhalten haben oder weil wir oft in derselben Gruppe unterwegs waren. Irgendwie schaffte ich es dann aber doch jenem etwas zu sagen und auf den Weg mitzugeben. Danach waren wir an der Reihe, wir sangen unser selbstgedichtetes Lied vor und es war einfach rührend. Dieser Moment war einfach voll mit Stimmung und Emotionen.
Zum Schluss wurde noch der Freund der Reise gewählt: unsere Elisa! Sie hatte es sich wirklich verdient, denn sie hatte immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand während der ganzen Reise.


Danach ging es aber wirklich los, alle weinten und wir mussten ein letztes Mal in den Bus, damit wir nicht zu spät in San Cristóbal ankommen würden. Im Bus beruhigten sich alle wieder und schmiedeten Pläne für das bevorstehende Wochenende. Ich würde eine Nacht bei einer Freundin schlafen und dann zurück nach Barcelona fliegen.
In Barinas machten wir einen Stopp, damit wir uns noch ein bisschen stärken konnten. Nach der Pause ging es aber zum Glück weiter und wir alle schliefen im Bus bis wir vor dem Clubhaus von San Cristóbal zum stehen kamen. Leider regnete es und wir wurden alle ziemlich nass. Wir überreichten unseren Betreuern Carlos und Lisandro und dem Busfahrer Dankesgeschenke, worüber sie sich wirklich freuten.
Ich rief meine Freundin Katha an, aber sie hob nicht ab und meldete sich nicht. Ich wusste deswegen nicht bei wem ich schlafen sollte, aber Madeleine riet, dass wir zusammen zu ihrem Haus fahren sollten und einfach anklingeln. Wenn sie aber nicht aufmachen sollte, könnte ich bei Madeleine schlafen. Zum Glück machte sie total verschlafen auf und bevor wir schlafen gingen, redeten wir noch mindestens eine Stunde.

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