Donnerstag, 15. April 2010

Tagg 224 - 13. April

Juegos Intercursos

Heute in der Schule hatten wir nur in der ersten Stunde Chemie und da haben wir auch nicht wirklich viel gemacht. Danach gingen wir zu unserer Englischprofessorin, weil wir uns dort für die „Juegos Intercursos“ vorbereiteten. Diese „Juegos Intercursos“ sind eine Art Mini-Olympische Spiele bei der die Klassen gegeneinander in Fußball, Kikinball (venezolanische Form Baseball mit dem Fuß zu spielen), Volleyball und Basketball spielen. Die Schule gibt jedes Jahr ein Thema vor und die Klassen müssen sich dann etwas dazu überlegen, T-Shirts und Plakate gestalten. Dieses Jahr war das Thema „Berühmte Bücher“. Darunter waren „Romeo und Julia“, „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, „Bis(s) zum Morgengrauen“, „Der Hobbit“ und „Harry Potter“. Das Buch das meine Klasse gewählt hatte war „Der Tunel“, es geht dabei um einen Psychopaten, der überlegt einen Mord zu begehen.

Wir verkleideten uns als Verrückte; mit dem Biologielabor Mantel, den wir verkehrt herum anzogen, damit es wie eine Zwangsjacke aussieht; dazu noch schwarzer Lidschatten unter den Augen. Wir sahen echt aus wie Verrückte! Einige von uns bastelten dann noch kleine Drehscheiben auf denen Spiralen waren, die wir dann drehen sollten um unser Publikum zu hypnotisieren.


Dann ging es auch schon los: Wir gingen ins Parterre, wo auch schon die anderen Klassen warteten. Nach und nach wurden diese aufsteigend in den Turnsaal gerufen. Als wir an die Reihe kamen zogen wir feierlich in den Turnsaal ein, machten eine Runde um alle anderen herum die in der Mitte in Reihen Standen. Wir wurden auch vom Moderator begrüßt, der auch noch kurz das Buch beschrieb.

Nachdem die letzte Klasse eingezogen war, rannte einer des Sportteams der Schule mit einer Fackel eine Runde und entzündete dann das Licht der „Juegos Intercusos“, die somit eröffnet waren. Wir durften uns dann hinsetzten, bis auf diejenigen, die das Schild der Klasse trugen. Die Juroren (einige Lehrer) berieten sich ein wenig und dann wurde je ein Gewinner aus Mittel- und Oberstufe gewählt. Den Gewinner aus der Mittelstufe habe ich mir nicht gemerkt, aber wer in der Oberstufe gewonnen hatte schon: WIR!! Das Verkleiden hat sich doch gelohnt! Wir gewannen einen großen Sack voll mit Süßigkeiten, die wir dann mehr oder weniger gerecht verteilten.


Danach war noch eine Präsentation der Königinnen der Spiele; jede Klasse hatte wieder eine Königin gewählt, die sie dann vertritt. Alle waren so schön angezogen und das vielleicht auch ein bisschen übertrieben, denn so würden wir in Österreich auf einen Ball gehen.


Gleich nach Ende der Show durften wir nach Hause gehen, was so gegen halb elf war.

Am Nachmittag rief ich bei der Universität an, ob die Professorin schon wieder gesund ist, und ich daher Unterricht haben werde. Aber leider war die noch immer krank und deswegen fiel es heute aus. Ich gab ihnen noch Bescheid, dass ich ab Donnerstag für einen Monat durch Venezuela reisen werde, und deswegen nicht kommen werde, aber dass ich danach mit dem Kurs fortfahren werde.

Später fing ich langsam an meinen Koffer zu packen, damit ich ja nichts vergessen werde.

Tag 223 - 12. April

Heute in der Schule kamen wieder einmal einige Lehrer nicht und deswegen vertrieben wir uns die Zeit am Gang sitzend und redend.

Weil am Nachmittag mein Gastonkel Rafael noch zuhause war und aufbrechen wollte, fragte ich ihn, ob er mich zur Caribbean Mall bringen könnte, weil ich ein paar Sachen zu besorgen hatte. Er sagte, dass er mich nicht direkt hinbringen kann, weil er keine Zeit hat, aber er würde am Taxipunkt vorbeikommen und von dort aus solle ich weiterfahren. War mir auch recht, bis- ich bemerkte, dass wir in die entgegengesetzte Richtung von der Mall fuhren. Als ich die Taxis sah, fühlte ich mich nicht wohl und fragte Rafael, ob diese Taxis sicher seien. Er meinte ja natürlich. Ich war mir aber nicht ganz sicher, aber da war ich auch schon ausgestiegen und Rafael war dahin. Ich stieg also in eines der Taxis und sagte, dass ich zur Mall möchte. Als fünf Personen mehr eingestiegen waren, fuhren wir dann los. Bei der Mall dann zahlte ich umgerechnet nicht einmal 30€cent und stieg aus. Mit jedem anderen Taxi hätte ich 5€ bezahlt.

Ich ging dann in die Mall und musste feststellen, dass fast alle Geschäfte zu hatten, weil sie noch in der Mittagspause waren. Aber zum Glück war der Frisör, zu dem meine Gastmama immer geht geöffnet und die Freundin erkannte mich gleich. Sie meinte, dass sie in einer viertel Stunde Zeit für mich hätte. Ich schlenderte also durch die Mall und sah mir die Auslagen der geschlossenen Läden an.

Ein bisschen später war ich dann wieder beim Frisör und wollte mir die Haare wieder blond färben, weil das ja meine Naturhaarfarbe ist. (Aber im Moment habe ich den Ansatz blond und den Rest aber braun). Sie sagte, es sei kein Problem und das würde auch mit nur einem Mal färben klappen. Leider war dem nicht so und mein Ansatz war dann heller als zuvor, aber der Rest blieb gleich. Ich war schon eher enttäuscht, aber ließ mir dann noch die Haare schneiden. Sie sind zwar nicht viel kürzer, aber sie haben wieder eine Form und meine Stirnfransen sehen auch wieder normal aus.

Die Freundin meiner Gastmama bot mir dann an ein Taxi zu rufen und mit dem fuhr ich dann nach Hause.

Am Abend holte mich Joe wieder zum Rotary Meeting ab. Dieses Mal gab es Pizza zum Essen, normalerweise gab es immer etwas „feineres“. Aber ich war zufrieden damit und die andern auch. Nachdem wir die Nationalhymne gesungen und auch ein paar rotarische Gedanken vorgelesen hatten, fing das Meeting an. Es ging hauptsächlich um die Distriktkonferenz in Valencia am kommenden Wochenende, wo auch ich dabei sein werde.

Tag 222 - 11. April

Heute schlief ich wirklich lange, weil ich das Wochenende über sehr wenig geschlafen hatte. Zu Mittag wäre eigentlich Luis zum Deutsch lernen vorbeigekommen, aber er tauchte einfach nicht auf. Später schrieb er mir dann, dass seine Cousine im Krankenhaus ist und er mit seiner Mama sie dorthin bringen mussten, weil ihre Mama nicht da ist.

Ich telefonierte dann wieder einmal ganz lange mit meiner Familie und es tut einfach immer gut ihre Stimmen zu hören und sie (wenn auch nur) am Computerbildschirm zu sehen, und zu wissen, dass sie immer für mich da sind, auch wenn uns tausende Kilometer trennen!

Tag 221 - 10. April

Heute holte mich Joe um zehn von zuhause ab und wir fuhren nach Barcelona zur rotarischen Klinik. Dort tummelten sich schon die Menschen, weil heute die Ärzte kostenlos arbeiten werden. Ich durfte auch mithelfen und verteilte Nummern an die Patienten, mit der sie dann später aufgerufen wurden.

Dann half ich noch den Rotariern ein paar Kokosnüsse auszuschneiden und die Milch zusammenzusammeln. Wir jausneten noch ein bisschen zusammen, unterhielten uns, aber dann musste Joe leider nach Hause fahren und ich mit ihm.

Am Nachmittag traf ich mich wieder mit Elena und wir gingen zum Plaza Mayor, wo wir uns mit Genesis und Maria, einer Austauschschülerin aus Norwegen trafen. Wir beschlossen zusammen Pizza essen zu gehen. Genesis fragte Maria die ganze Zeit über ihr Heimatland aus, weil sie das nächste Jahr als Austauschschüler dort sein wird. Sie erzählte, dass es im Winter nur eine Stunde Licht gäbe und im Sommer dafür den ganzen Tag und die ganze Nacht. Und dass es im Winter bis zu -40°C haben kann. Mir wurde nur schon beim zuhören kalt!

Nach der Pizza fuhren wir zusammen zu Elena, aßen Eis und sahen uns einen Film an. Mitten in der Nacht erst fuhren wir nach Hause.

Tag 220 - 9. April

Cowboy Party meiner Schule

Heute hatte ich wieder keine Schule und genoss meinen freien Vormittag.

Am Nachmittag hatten wir wieder einen kleinen Stromausfall und danach ging ich zu Elena, wo wir uns zusammen für die Cowboy Party unserer Schule vorbereiten wollten.

Wir aßen noch eine Kleinigkeit, bevor wir anfangen wollten, aber dann gab es auch hier einen Stromausfall und somit mussten wir uns bei Kerzenschein herrichten.

Die Party würde um acht anfangen, aber wir fuhren erst eine halbe Stunde später mit Genesis und Pons dorthin. Wir waren trotzdem ziemlich die ersten, die dort ankamen.

Als wir hineingehen wollten, mussten wir unsere Eintrittskarten mit Namen und Personalausweisnummer abgeben und auch gleichzeitig eine Kopie des Ausweises vorzeigen. Danach wurden wir vom Sicherheitspersonal abgegriffen, ob wir eh keine Waffen mitbringen. Ich hatte aber meinen Pfefferspray mit, und die Frau wollte mich nicht durchlassen. Ich musste ihr zuerst einmal erklären was das ist und wofür ich das brauche. Sie sagte dann, dass ich mit dem nicht hineinkomme. Ich erklärte ihr dann, dass ich den Pfefferspray genau für diese Sachen habe und wenn sie ihn mir wegnimmt, dann gehe ich nicht hinein. Erstaunlicherweise ließ sie dann locker und ich konnte meine Sachen wieder einstecken und zu den anderen gehen.

Wir waren auch hier fast die einzigen! Wir wussten überhaupt nicht was wir machen sollten, weil noch keine Musik gespielt wurde und sonst auch nichts los war. Elena und ich wollten dann etwas trinken gehen, aber der Barmann sagte, dann das wir das zahlen müssen. Wir waren uns beide aber so sicher, dass einer von unseren Freunden gesagt hatte alles sei inklusive! Deswegen hatte keiner von uns beiden Geld mitgebracht und ausborgen wollten wir uns dann auch nichts.

Zwei Stunden später kamen dann immer mehr und mehr Leute; es war richtig voll! Auf einer großen Terrasse, von der man ganz Lecheria aus sehen konnte (weil die Discothek ja auf „El Morro“ ist, der kleine Berg in der Stadt und da kann man wirklich alles überblicken), war ein Bulle zum Bullenreiten aufgebaut. Natürlich musste ich das auch machen und wurde nicht einmal abgeworfen, aber danach, weil mir so schwindlig war, bin ich der Länge nach hingefallen. War aber nicht weiter schlimm, weil mich meine Freunde auffingen. Alejandro stieg insgesamt 20 Mal auf den Bullen und wurde bei den letzten Malen aber immer gleich abgeworfen, weil die Leute ihn schon kannten und daher den Bullen gleich wild einschalteten.

Dann fingen auch endlich die DJs an zu spielen, hauptsächlich Reggaeton und die Tanzfläche war dann wirklich voll. Ich tanzte auch ein paarmal mit Freunden, aber dann taten mir die Schuhe weh und ich konnte einfach nicht mehr. Elena und ich gingen dann ein bisschen hinaus um uns hinzusetzten und dann entdeckte sie eine kleine Babykatze, die gerade am Weg in die Disco war. Sie nahm sie zu sich, und bemerkte, dass sie ziemlich zitterte und weinte. Wir versuchten sie zu beruhigen, doch nichts half.

Ich redete gerade mit Elena, als mich ein Fernsehreporter ansprach. Er fragte mich, ob mir die Party eh gefällt und wie ich es so finde. Ich sagte ihm, dass es einfach total spitze ist und ich mich gut unterhalte. Dann sagte er noch, was es mit meiner Hautfarbe auf sich hat, warum ich so weiß sei, und ob ich nicht gerne zum Strand ginge. Ich erklärte ihm, dass ich doch nichts dafür kann, und dass ich eh so oft zum Strand gehe wie möglich und das ich für meine Verhältnisse braun bin. Er lachte nur und verabschiedete sich dann.

Ein wenig später wurden Elena und ich von ihrer Gastmama abgeholt und sie brachten mich nach Hause.

Montag, 12. April 2010

Tag 219 - 8. April

Da wir heute keine Schule hatten, schlief ich ein bisschen länger als gewohnt. Pamela von der Universität rief mich dann an und sie sagte mir, dass meine Lehrerin sich nicht so gut fühlt und deswegen nicht kommen würde. Ich ging dann zu Elena und wir machten uns zusammen auf zum Plaza Mayor. Zuerst schauten wir bei McDonald’s vorbei, wo die Leute aus meiner Schule die Eintrittskarten für unsere Party verkauften.

Danach gingen wir aber ins Kino und sahen uns „El Caza Recompensa“ an (ich weiß leider nicht wie der Film auf Deutsch heißt).

Tag 218 - 7. April

Heute war in der Schule absolut nichts los, und auch der restliche Tag gestaltete sich eher langweilig.
Chantell kam zu mir und wir spielten ein bisschen zusammen, aber dann holte sie Rafael auch schon ab und brachte sie zur Nachmittagsschule.

Ich blieb aber länger auf, weil ich die nächsten beiden Tage keine Schule, wegen einer Notenkonferenz haben werde.